Science
30.09.2015

Mars-Rover darf Wasser nicht untersuchen

Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen könnte der Forschungsroboter mit irdischen Keimen kontaminiert sein. Deren Kontakt mit Wasser am Mars hätte ungeahnte Folgen.

Die NASA befindet sich möglicherweise noch immer im Feiern über ihre wahrscheinliche Entdeckung flüssigen Wassers am Mars, steht nun aber vor einem kuriosen Problem. Der sich bereits am Planeten befindliche Mars-Rover „Curiosity“ ist nicht steril und könnte somit feuchte Gebiete kontaminieren. Das Vehikel sucht seit rund drei Jahren die Oberfläche des „Roten Planeten“ nach Spuren von Wasser und Leben ab, analysierte bisher aber lediglich Gesteinsproben und erforschte ausgetrocknete Seen und Flussbetten.

"Reinheitsgebote"

Die nun entdeckten auffälligen Fließstrukturen werden aufgrund des dort erwarteten flüssigen Wassers als spezielle Regionen klassifiziert, in denen strikte „Reinheitsgebote“ vorherrschen. Der Roboter könnte Keime von der Erde mitgenommen haben, die in Wasser eine geeignete Umgebung zur Entwicklung finden. Ein Report der US National Academy of Sciences und der European Science Foundation widerspricht der Argumentation von NASA-Wissenschaftlern, dass die intensive UV-Strahlung am Mars längst alle von der Erde kommenden Organismen getötet hätte.

„Curiosity“ könnte die Fließstrukturen mit seinem Laser aus der Distanz untersuchen. Die mögliche Analyse von direkt genommenen Geröllproben aus den Rinnen sorgt aber für Kontroversen und wird von den zuständigen Wissenschaftlern diskutiert. Bereits in der Vergangenheit bestanden Befürchtungen über eine mögliche Verunreinigung des Mars Rovers.