Science
29.08.2016

Marskolonie-Experiment auf Hawaii beendet

Eine kleine internationale Forschergruppe verbrachte 365 Tage am Hang eines hawaiianischen Vulkans, um das Leben auf dem Mars zu simulieren.

Ein Jahr lang haben sechs Wissenschafter wie auf dem Mars gelebt. Am Sonntag ging das entbehrungsreiche Experiment HI-SEAS am Hang des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii zu Ende: Die drei Frauen und Männer traten aus ihrem kleinen Domizil in 2.500 Metern Höhe in die karge Lavalandschaft - diesmal ohne Raumanzüge, die sie 365 Tage lang jedes Mal hatten tragen müssen, wenn sie ins Freie gingen.

"Willkommen zurück"

Begrüßt wurde das internationale Team von seinen Kollegen mit dem Zuruf: "Willkommen zurück auf der Erde." Nach einer Reihe von Umarmungen gab es erst einmal etwas Frisches zu essen, vor allem Früchte, Salat und Gemüse. Bei dem gemeinsamen Projekt der Universität Hawaii und der US-Weltraumbehörde NASA hatte die kleine Gruppe von Forschern getestet, wie man unter widrigen Bedingungen für lange Zeit auf engem Raum zusammenleben kann.

Wassergewinnung

Jeder Wissenschafter hatte in der Vulkan-Isolation auch spezielle Forschungsaufgaben. Die deutsche Geophysikerin Heinicke etwa war für die Wassergewinnung aus Lavagestein zuständig. Es habe sich gezeigt, dass es möglich sei: "Man kann wirklich Wasser aus dem Boden bekommen, der trocken zu sein scheint", sagte die 30-Jährige am Sonntag. "Es würde auf dem Mars funktionieren."

Größter Feind ist Langeweile

Künftigen Crews rät die Forscherin vor allem eines: "Bringt etwas Sinnvolles mit, woran ihr arbeiten könnt. Einer eurer größten Feinde ist Langeweile." Außerdem müssten Teilnehmer bereit und in der Lage sein, sich auf die anderen einzustellen. "Wenn ihr dazu nicht fähig seid, solltet ihr nicht dabei sein."