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futurezone day 2017 Mobilität: "Sind mit Überangebot an Ideen konfrontiert".

Das Podium v.l.n.r.: Bernd Datler, Vanessa Langhammer, Gregor Stratil-Sauer, Wolfgang Ponweiser, Alexander Hovorka
Das Podium v.l.n.r.: Bernd Datler, Vanessa Langhammer, Gregor Stratil-Sauer, Wolfgang Ponweiser, Alexander Hovorka - Foto: KURIER/Franz Gruber
Wie nachhaltige Mobilität in Zukunft aussehen kann, haben beim futurezone day 2017 Experten diskutiert.

Schlechte Umweltbilanz, steigendes Verkehrsaufkommen und zunehmender Platzmangel: Unser Verkehrssystem ist zunehmend mit Problemen konfrontiert. Um sie zu lösen, wird derzeit weltweit nach neuen Konzepten gesucht. Von selbstfahrenden E-Autos über Bike-Sharing bis zum Hyperloop reicht das Spektrum der Ideen dabei. Auf dem futurezone day 2017 haben Experten bei einer Podiumsdiskussion darüber geredet, wie das Verkehrssystem von morgen und übermorgen aussehen könnte. Die Diskussion wurde vom Center for Mobility Systems des AIT gemeinsam mit der futurezone organisiert.

Autoverkehr reduzieren

"Die Bevölkerungen wachsen, die finanziellen Ressourcen schwinden. Wir werden den Autoverkehr wohl auf jeden Fall reduzieren müssen. Konzepte gibt es viele, derzeit sind wir mit einem Überangebot an Ideen konfrontiert. Hier muss die Verwaltung tätig werden und einordnen, was gesellschaftlich sinnvoll ist", sagt Gregor Stratil-Sauer von der Wiener MA18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung).

Diese Einschätzung gilt vor allem für die Städte, wo die Probleme sich im wahrsten Sinn des Wortes stauen. Hier werden aber auch schon neue Wege beschritten, etwa in Form von Carsharing-Angeboten. "Die Elektrifizierung ist der nächste Schritt für uns. Danach wird autonomes Fahren ein Thema werden, das uns erlauben würde, kleinere Flotten einzusetzen und die Autos praktisch rund um die Uhr in Betrieb zu halten", sagt Alexander Hovorka vom Anbieter Car2Go. Solche Ansätze sind im Personenverkehr eine Möglichkeit, den Verkehr effizienter zu gestalten. Der Güterverkehr hat hier eigene Anforderungen. "Hier sollte die Schiene im Vorteil sein, vor allem auf der Langstrecke. Auch hier werden neue Ideen diskutiert, in der Schweiz wird etwa eine Verlagerung unter die Erde überlegt", sagt Vanessa Langhammer von Rail Cargo Austria.

Mischung macht's

Am Ende werden aber wohl verschiedene Optionen angeboten und auch genutzt werden. "In 15 Jahren werden weder die Schiene noch die Straße alleine genug Kapazität bereitstellen. Das geht nur in Kooperation. Bei den LKW werden hier noch Umweltfragen zu klären sein, etwa durch elektrische Antriebe", sagt Bernd Datler von der ASFINAG. Das gilt mit Einschränkungen auch im Personenverkehr. Hier gibt es aber Einschränkungen. "Es wird neue Möglichkeiten geben. Der Platz ist aber beschränkt, wir müssen aufpassen, dass der Komfort für die Einen nicht die Freiheit der Anderen einschränkt. Ein Mobilitätsschwall ist mit unserer Infrastruktur nicht machbar", sagt Wolfgang Ponweiser vom AIT. Zudem sind einige Systeme nicht überall zielführend. "Carsharing, bei dem die Autos überall abgestellt werden, ist nur in Ballungsräumen praktikabel, ab etwa 700.000 Einwohnern", sagt Hovorka.

In den Städten ist auch problematisch, dass oft zu wenig kompakt geplant wird. Dann liegen Wohnort, Job und Einkaufsmöglichkeiten weit auseinander, was sich ohne Auto schwierig handhaben lässt. Wird hier entsprechend vorausgedacht, lassen sich viele Distanzen auch mit dem Fahrrad überbrücken. Selbstfahrende Autos könnten zwar helfen, das Verkehrsaufkommen zu minimieren, sind aber noch nicht bereit für diese Aufgabe. "Das wird wohl erst deutlich nach 2020 relevant, Bis dahin können wir nur versuchen, Engpässen durch Information der Verkehrsteilnehmer entgegenzuwirken", sagt Datler.

(futurezone) Erstellt am 10.11.2017, 10:46

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