Science 14.02.2012

Nasa steigt aus Marsmissionen mit Esa aus

Die US-Weltraumbehörde muss sparen. Das gemeinsame Projekt hätte der Nasa rund 1,1 Milliarden Euro gekostet. In Zukunft soll der Fokus verstärkt auf der bemannten Raumfahrt liegen.

Die US-Weltraumbehörde Nasa steigt aus Spargründen aus zwei geplanten gemeinsamen Marsmissionen mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa aus. Das gab Nasa-Chef Charles Bolden am Montag bekannt. Grund für den Schritt sind demnach tiefe Einschnitte im Etatplan 2013 der US-Behörde im Bereich der Planeten-Erforschung.

Das zweistufige Marsprojekt „ExoMars“ unter Federführung der Esa sieht die Entsendung eines Orbiters 2016 vor, der in der Marsatmosphäre nach Methan suchen soll - dieses Gas könnte auf die Existenz von Mikroben auf der Oberfläche hindeuten. Die zweite Mission 2018 zielt auf die Landung eines Rovers auf dem Planeten ab: Er soll Gesteine und Boden zur späteren Beförderung auf die Erde sammeln.

Dem Internetportal Space.com zufolge war vereinbart, dass die Nasa die Raketen sowie eine Reihe von Instrumenten für beide Missionen zur Verfügung stellt, außerdem das Landesystem für den Rover. Der Beitrag der Nasa sollte sich demnach auf 1,4 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Milliarden Euro) belaufen, die Esa 1,2 Milliarden hinblättern.

Nasa ändert Prioritäten
Insgesamt sieht der von US-Präsident Barack Obama vorgelegte Haushaltsentwurf für das am 1. Oktober beginnende Fiskaljahr 2013 17,7 Milliarden Dollar für die Nasa vor. Damit liegt der Plan zwar nur um 59 Millionen Dollar unter dem laufenden Etat 2012, aber die Gewichtung der Ausgaben verschiebt sich in Richtung Raumfahrttechnologien und bemannter Missionen. So sieht der Obama-Entwurf, der noch vom Kongress gebilligt werden muss, Kürzungen bei der Planeten-Erforschung um gut 20 Prozent vor, während etwa 22 Prozent mehr für Technologien ausgegeben werden soll, wie etwa Space.com erläuterte.

Bolden selbst sagte: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass harte Entscheidungen gefällt werden mussten.“ Aber er sprach insgesamt von einem „stabilen Budget, dass es uns erlaubt, eine Reihe verschiedener Dinge zu verfolgen“.

( DPA ) Erstellt am 14.02.2012