Science
14.12.2017

Neue Stahl-Art tötet Bakterien mit Nano-Stacheln

Speziell behandelter Stahl kann durch Nanostrukturen der Bakterien abtöten. Eingesetzt werden könnte dies in der Medizin und in der Lebensmittel-Produktion.

Forscher des Georgia Institute of Technology in Atlanta haben eine spezielle Ätzmethode entwickelt, mit der Stahl mit winzig kleinen Stacheln übersät werden kann. Die Stacheln in Nanogröße töten Bakterien ab und bilden so keimfreie Oberflächen. Die unterdimensionierten Taubenstacheln können unter anderen Escherichia coli und Staphylococcus aureus Bakterien fernhalten. Wie Gizmodo berichtet, haben sich diese Bakterienarten in der Vergangenheit als besonders robust gegenüber Antibiotika erwiesen. Sie durch Nanostrukturen zu bekämpfen könnte bedeutend sein, weil sämtliche Stämme der Bakterien dadurch abgedeckt werden.

Ihre Ergebnisse haben die US-Forscher im Fachjournal ACS Biomaterials Science & Engineering veröffentlicht. In ihrer Arbeit stellen sie klar, dass die Wirksamkeit der Nanostacheln gegen Bakterien derzeit nur für 48 Stunden gewährleistet werden kann. An einer Verbesserung der Methode wird noch geforscht.

Instekten als Vorbild

Als Vorbild zogen die Wissenschaftler die Flügel von Zikaden heran. Die Insekten weisen bereits eine Nanobeschichtung auf, die Bakterien fernhält. Eingesetzt werden könnte der Anti-Bakterien-Stahl u.a. in der Medizin. Chirurgische Instrumente könnten mit Nano-Stacheln ebenso überzogen werden wie Implantate. Außerdem anbieten würde sich der Einsatz in der Lebensmittel-Produktion, etwa um die Ausbreitung von Escherichia coli Bakterien frühzeitig einzudämmen.