Science
23.03.2018

Neues Verfahren generiert Wasser aus Wüstenluft

Ein neues Verfahren kann bereits bei extrem niedriger Luftfeuchtigkeit große Mengen an Trinkwasser generieren

US-Forscher haben eine neue Methode zur Wassergewinnung entwickelt, die auch bei extrem niedriger Luftfeuchtigkeit, beispielsweise in der Wüste, funktioniert. Das System setzt auf Materialien mit einer großen inneren Oberfläche, sogenannte Metall-organische Gerüste (MOF), die sich dadurch sehr gut für die Adsorption von Feuchtigkeit eignen. Die gesammelte Flüssigkeit wird durch Sonnenlicht wieder freigesetzt. Das Verfahren wurde bereits im Vorjahr im Zuge eines Papers vorgestellt und sorgte für große Aufmerksamkeit. Nun wurde es in der Praxis erprobt.

Das entwickelte System kann bei extrem niedriger Luftfeuchtigkeit – bis zu einer Untergrenze von zehn Prozent – Wasser extrahieren und sammeln. Bislang konnte beispielsweise bei Nebelkondensation lediglich bei 100 Prozent Luftfeuchtigkeit sowie mithilfe von Tau lediglich bei zumindest 50 Prozent Luftfeuchtigkeit Trinkwasser gewonnen werden. Letzteres erfordert zudem große Mengen an Energie, um die Temperatur schnell genug unter den Kondensationspunkt zu bringen. 

Interesse von Unternehmen

Das nun erprobte Testgerät wurde auf dem Dach der staatlichen Universität von Arizona in Tempe platziert. Pro Kilogramm MOF wurde täglich rund ein Viertelliter Wasser generiert. Laut den Forschern könne dieses Ergebnis aber spürbar verbessert werden. Ein serienreifes Produkt könne durch verbessertes Material die dreifache Menge produzieren. Ein weiterer Vorteil: Es funktioniert passiv und erfordert lediglich Sonnenlicht. Andere Methoden, beispielsweise die Trinkwassergewinnung durch Tau-Produktion, erfordert aufwändige und energielastige Geräte, beispielsweise zur Kühlung.

Nun soll das Gerät weiter verbessert werden, unter anderem durch eine Optimierung der verwendeten Materialien sowie einer zusätzlichen Wärmequelle, die die gesammelte Feuchtigkeit rascher freisetzen soll. Dazu würden sich andere umweltfreundliche Quellen, beispielsweise Biomasse oder gesammelte Abwärme eignen. Laut FAZ habe auch der deutsche Chemiekonzern BASF Interesse am Verfahren gezeigt.