Science
14.03.2013

NFC-Smartphones sollen Herzkranken helfen

Im Rahmen einer österreichweiten Studie werden Patienten mit einer Herzschwäche mit Hard- und Software ausgestattet, um ihre Körperwerte automatisch zum Arzt zu übertragen. Durch das Programm soll die medizinische Vorsorge deutlich verbessert werden.

Im Rahmen der Studie soll gezeigt werden, dass Smartphones nicht nur für Arbeit und Unterhaltung genutzt werden können, sondern auch in der Gesundheitsvorsorge wertvolle Werkzeuge sein können. Die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzte sollen automatisiert werden, so, dass Risikofaktoren besser erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Realisiert wird die Untersuchung von einem Zusammenschluss des Austrian Instituts of Technology (AIT), dem Ludwig Bolzmann Institut sowie dem Mobilfunker T-Mobile, der für die technische Umsetzung gewonnen werden konnte.

Die Studie wird mit 300 Herzinsuffizienz-Patienten über ein Jahr durchgeführt. Die Patienten messen zu Hause dabei Köperwerte wie Blutdruck, Puls, Gewicht und übertragen sie per NFC zum Smartphone. In der entsprechenden App werden diese Werte eingelesen und können vom Patienten noch ergänzt werden. So können die Menschen etwa anhand einer dreistufigen Skala angeben, wie sie sich gerade fühlen und welche Medikamente in welchem Umfang eingenommen wurden.

Maßnahmen
Sind die Eingaben komplett, werden sie an eine zentrale Datenbank weitergeleitet und von den Studienärzten ausgewertet. Die Software schlägt dem Arzt dabei Maßnahmen vor, etwa gegen einen zu hohen Puls. „Die letzte Entscheidung hat aber der Arzt", so Friedrich Fruhwald, Forscher am Ludwig Bolzmann Institut.

Die Forscher kontaktieren anschließend den Patienten sowie den behandelnden Hausarzt via Telefon und besprechen die Maßnahmen. Sollte das Projekt auch nach der Studie in der Praxis umgesetzt werden, hoffen sich die Forscher, dass die Hausärzte die Daten direkt über ihren Computer abrufen und automatisch auf problematische Werte hingewiesen werden. Mit einer flächendeckenden Einführung des Systems dauert es laut den Forschern noch mindestens bis zum Jahr 2020, sollte der Probelauf erfolgreich sein.

Herzinsuffizienz als Problem
Herzinsuffizienz oder Herzschwäche wurde deswegen ausgesucht, weil die Krankheit ein immer größeres Problem darstellt. So ist es die einzige Herz-Kreislauf-Erkrankung, die immer häufiger wird.

Gerade bei dieser Krankheit gibt es gewisse Vorzeichen, auf die der behandelnde Arzt reagieren muss, um akute Verschlechterungen zu vermeiden. „Damit diese Warnzeichen rechtzeitig erkannt werden müssen Arzt und Patient eng zusammenarbeiten", erklärt Burkert Pieske, Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung. „Moderne Technik kann diese Zusammenarbeit vereinfachen und so deutlich verbessern", so der Forscher.

Durch die frühe Erkennung von gefährlichen System sollen Krankenhausaufenthalte verkürzt und den Patienten ein angenehmeres Leben ermöglicht werden. Die Forscher hoffen auch, dass durch die effizientere Behanldung die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden können.

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