© Gregor Gruber

Prototyp
10/28/2011

Nokia zeigt biegbares Handy mit flexiblem Screen

Nokia hat auf der Hausmesse Nokia World in London einen Prototyp eines Smartphones mit flexiblem OLED-Display und Gehäuse gezeigt. Kontrolliert wird es nicht per Touchscreen, sondern durch biegen und verdrehen.

von Gregor Gruber

Der „Nokia Kinectic Prototype“ sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches Smartphone mit großem Display aus. Aber spätestens wenn man statt Wischbewegungen mit biegen, knicken und verdrehen durch Menüs scrollt und Bilder vergrößert oder verkleinert, wird der Unterschied deutlich. Das Konzept ist nicht neu. Forscher der Queens University in Ontario, Kanada, haben mit dem Paper Phone ein ähnliches Konzept vorgestellt. Im Gegensatz zum Paper Phone sieht der Nokia-Prototyp aber auch wirklich wie ein Smartphone aus und hat ein Farb-Display.

Möglich wird die Flexibilität durch ein OLED-Display. Der Prototyp ist relativ robust, übersteht Stürze und kann theoretisch sogar wasserfest gebaut werden. Ein weiterer Vorteil, den ein Nokia-Mitarbeiter genannt hat: Es passt sich in der Hosentasche dem Körper an. Hat man das Handy in der Gesäßtasche, soll man sich dennoch halbwegs bequem hinsetzen können. Ganz unverwüstlich ist der Prototyp aber nicht. Würde man versuchen ihn zusammenzuklappen, bricht er.

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Komponenten
Laut Nokia war es relativ einfach die Software zur Biege-Steuerung zu machen. Neben zoomen und scrollen kann, je nach Anwendung, etwa im Musik-Player auch die Lautstärke geändert oder der nächste oder vorherige Track angewählt werden.

Die Schwierigkeit bei diesem Konzept, an dem Nokia seit mehreren Jahren arbeitet, ist die Hardware. Neben dem flexiblen Display muss auch eine Lösung für einen Akku gefunden werden - der Prototyp hing an der Steckdose. Laut einem Nokia-Mitarbeiter wäre ein biegbarer Akku in Zukunft denkbar oder ein Akku, dessen Zellen nicht fix zusammenhängen, sondern mit Kabeln miteinander verbunden sind.

Wann ein solches Gerät in Serienproduktion gehen könnte, wollte Nokia nicht verraten. Derzeit scheitere es vor allem an den Komponenten, da die Zulieferer die Komponenten nicht in ausreichender Stückzahl herstellen können. Die Produktion der Teile sei noch zu aufwändig und teuer.

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