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Science
07/02/2019

Platten gegen Luftwirbel am Flughafen Wien getestet

Mit Hilfe spezieller Vorrichtungen könnten so genannte Wirbelschleppen reduziert und Flugzeuge dichter gestaffelt werden.

Luftwirbelungen von schweren Maschinen - sogenannte Wirbelschleppen - können kleine Flugzeuge im Anflugbereich in Turbulenzen bringen. Um dem zu entgehen, muss zwischen den Landungen eine gewisse Zeit eingehalten werden. Um diese zu verringern, haben die Austro Control und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Wiener Flughafen einen Test mit Platteninstallationen laufen.

Plate Lines

Rund zehn Kilometer Sicherheitsabstand müssen kleine und mittlere Flugzeuge derzeit zu vorausfliegenden schwereren Maschinen einhalten, um den Wirbelschleppen zu entgehen. Um dies zu entschärfen und die Sicherheit weiter zu erhöhen, wurde im Rahmen des von der EU geförderten Projekts (SESAR: "Wake turbulence separation optimisation") im Anflugbereich Platten ("Plate Lines") installiert. Dadurch wurde der Zeitraum, bis sich die Wirbelschleppen abschwächen, deutlich reduziert.

Nach dem Durchflug eines Flugzeugs dauert es je nach Typ und Gewicht eine gewisse Zeit, bis sich Wirbelschleppen abschwächen. Dieser Zeitraum wird durch die Platten massiv verkürzt. An den etwa neun Meter langen und 4,5 Meter hohen Platten bilden sich Sekundärwirbel, die die eigentlichen Wirbelschleppen deutlich schneller zerfallen lassen. Potenziell können dann auch kleinere Flugzeuge hinter größeren Maschinen mit geringeren Abständen anfliegen, was sich auch auf die Kapazität positiv auswirken würde.

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"Erste Ergebnisse erfreulich"

Austro Control hat gemeinsam mit dem Flughafen Wien den Aufbau der Platten ermöglicht. Im Vorfeld wurde von der Austro Control eine entsprechende Sicherheitsbewertung durchgeführt, sowie die Datenauswertung unterstützt und die Radar- und Flugplandaten beigesteuert. Das DLR hat die "Plate Lines" entwickelt und führt die Messungen der Wirbelschleppen an Ort und Stelle durch.

"Das Projektteam hat Großes geleistet, um die Erprobung dieses bisher einzigartigen Systems bei Vollbetrieb auf einem stark frequentierten Flughafen zu ermöglichen. Die ersten Ergebnisse sind sehr erfreulich", sagte Christian Kern, Leiter Air Traffic Management bei Austro Control, am Dienstag in einer Aussendung. "Allererste Auswertungen der neuen Messungen in Wien zeigen, dass auch dort die Wirbelschleppen in der Nähe der Platten tatsächlich deutlich schneller zerfallen", sagte DLR-Wirbelschleppenforscher Frank Holzäpfel. Geplant ist, in den nächsten zwei Jahren an der Spezifikation und Herstellung einer permanenten Einrichtung dieser Platten zu arbeiten.