Science
15.01.2014

Roboter-Netzwerk RoboEarth vorgestellt

Das Ergebnis eines vierjährigen Forschungsprojekt ist ein Netzwerk, über das Roboter Informationen austauschen können, etwa zur Verbesserung ihrer Zusammenarbeit.

In einem nachgebildeten Krankenhauszimmer in Eindhoven zeigen vier Roboter, was das neue Netzwerk RoboEarth leisten kann. Einer der Roboter scannt den Raum, die anderen Roboter können sich aufgrund dieser Daten frei darin bewegen und einen Patienten versorgen, etwa mit einem Getränk. RoboEarth ist eine cloudbasierte Datenbank, die den Robotern ihren Wissensaustausch ermöglicht. Das Projekt ist das Ergebnis einer vierjährigen Forschungsarbeit der Wissenschaftler von fünf europäischen Universitäten gemeinsam mit Philips.

World Wide Web für Roboter

"In seinem Kern ist RoboEarth ein World Wide Web für Roboter: Ein gigantisches Netzwerk und eine Datenbank, wo Roboter Informationen teilen und voneinander lernen können", sagt Projektleiter Rene van de Molengraft gegenüber der BBC. Die Krankenzimmer-Demonstration wurde durchgeführt, um RoboEarth erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ziel des Projekts ist es, eine Art gemeinsames Gehirn für Roboter zu erschaffen. "Eine Aufgabe wie das Öffnen einer Tablettenschachtel kann auf RoboEarth geteilt werden, damit andere Roboter das auch tun können, ohne dass sie speziell dafür programmiert werden müssen", schildert van de Molengraft ein Praxisbeispiel. RoboEarth soll es auch ermöglichen, Rechenkapazität auszulagern, wodurch die Computerausstattung innerhalb von Robotern reduziert werden kann.

Hoffnung und Skepsis

Die Projektverantwortlichen sehen Roboter als alltägliche Haushaltshelfer der Zukunft. Bereits heute sind zahlreiche Staubsauger-, Fensterputzer- oder Rasenmäherroboter im Einsatz. In zehn Jahren sollen intelligentere Roboterassistenten für Daheim verfügbar sein.

Auf RoboEarth werden große Hoffnungen gesetzt, allerdings gibt es auch warnende Stimmen. Buchautor James Barrat warnt etwa vor unvorhersehbaren Folgen, wenn Roboter bestimmte Fähigkeiten erlangen und mit einem zentralen "Hirn" teilen können. Die bekannte Skynet-Schreckensvision (Terminator) lässt grüßen.