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Science
02/03/2019

So genau sind moderne Wettervorhersagen

Ein wissenschaftliches Paper gibt Einblick, wie präzise die Prognosen von Meteorologen geworden sind.

Die rekordverdächtige Kältewelle, die vergangene Woche große Teile der USA erfasst hat, war für die, die Wettervorhersagen verfolgen, keine Überraschung. Laut einem Bericht bei The Atlantic haben Meteorologen bereits ein Monat zuvor prognostiziert, dass es in Nordamerika zu dieser Zeit unterdurchschnittlich kalt werden wird. Rund eine Woche vor Eintreffen der Kältewelle wurden bereits präzise die Temperaturen vorhergesagt.

Ein kürzlich in der Fachzeitschrift Science veröffentlichtes Paper zeigt nun auch anhand einer konkreten Untersuchung, wie genau die Vorhersagen geworden sind. Veröffentlicht wird das Paper anlässlich des 100. Geburtstag der American Meteorological Society.

So heißt es dort: „Eine moderne Fünf-Tage-Vorhersage ist so genau, wie eine Eintagesvorhersage im Jahr 1980“. Sogar Vorhersagen über das Wetter in neun oder zehn Tagen erweisen sich mittlerweile aus brauchbar, wie es heißt. Auch Naturkatastrophen können mittlerweile sehr präzise prognostiziert werden. Mittlerweile könne etwa der Weg eines Hurrikans in den nächsten 72 Stunden genauer vorhergesagt werden als das 24-Stunden-Wetter vor 40 Jahren. Derartige Prognosen ermöglichen es, die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen und Katastrophenmaßnahmen zu ergreifen.  

Gründe

Hauptgrund für die besseren Wettervorhersagen sind die deutlich erweiterten technischen Möglichkeiten, wie der Autor schreibt. Ausschlaggebend sei die Kombination aus besserer Sensorik durch technisch weiterentwickelte Satelliten und schnellere Computer, um die Datenmengen verarbeiten zu können. Hundertprozentige Genauigkeit könne man zwar nie erreichen, durch kontinuierliche Beobachtungen, Messungen und Analysen werde man aber dennoch immer präziser.

Einige Wetterphänomene sind auch besser kalkulierbar, als die tägliche Vorhersage. Konkret nennt der Autor etwa die Madden-Julian-Oszillation der tropischen Atmosphäre. Sie beeinflusst Regen, Wind, Bewölkungsgrad und Luftdruck. Aktuelle Wettermodelle können bereits fünf Wochen im Voraus die Merkmale vorhersagen.

Zukunftsperspektiven

Der Autor fordert auch in Zukunft weitere Investitionen in Prognosen. So kritisiert er, dass besonders Entwicklungsländer von Naturkatastrophen gefährdet sind. Genau jene Länder seien aber unterversorgt was Vorhersagen betrifft.

Laut einem Bericht der Weltbank könnten Investitionen in Wettervorhersagen von 1,5 bis zwei Milliarden Dollar und jährliche Mittel von 400 bis 500 Millionen Dollar weltweit bis zu 23.000 Menschenleben pro Jahr retten und einen wirtschaftlichen Nutzen von bis zu 30 Milliarden Dollar bringen.