Mathematikerinnen und Luftfahrtingenieurinnen wie Christine Darden wurden von der NASA früher im Hintergrund gehalten

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Science
06/13/2019

Straße vor NASA-Hauptquartier "verborgenen Heldinnen" gewidmet

Afroamerikanische Forscherinnen halfen bei der Eroberung des Weltraums, wurden aber lange Zeit quasi versteckt.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat den "Verborgenen Heldinnen" aus der Zeit der Rassentrennung eine Straße vor ihrem Hauptquartier gewidmet. Das Schild für den Hidden Figures Way wurde am Mittwoch in Washington enthüllt. Es erinnert insbesondere an die drei afroamerikanischen Mathematikerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson.

Sie wirkten in der 40er- bis 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts an den ehrgeizigen Plänen der NASA zur Eroberung des Weltraums mit, vor der Öffentlichkeit aber wurden sie verborgen. Johnson, Vaughan und Jackson waren maßgeblich an den Forschungen zur Vorbereitung von Raumflügen beteiligt, mit denen die USA als erste eine Landung von Menschen auf dem Mond schafften. So wie andere afroamerikanische Forscherinnen und Forscher jener Zeit unterlagen sie der damaligen Rassentrennung - etwa mit getrennten Restaurants, Schulen und Toiletten für Weiße und Schwarze.

Buch und Film

Die Leistungen der drei Mathematikerinnen wurden von Margot Lee Shetterly Jahrzehnte später mit ihrem Buch "Hidden Figures" ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Es war auch der Stoff für den 2016 erschienenen Film "Unbekannte Heldinnen". Shetterly sagte am Mittwoch bei einer Feierstunde am NASA-Hauptquartier, die Mathematikerinnen hätten zum Stellenwert elektronischer Verknüpfungen in der heutigen Welt und zum Fortschritt in "vielen anderen Bereichen" beigetragen.

Johnson ist inzwischen 100 Jahre alt und die einzige Überlebende des Trios. Jackson starb 2005, Vaughan 2008. Der damalige US-Präsident Barack Obama verlieh Johnson 2015 die Freiheitsmedaille des Präsidenten, die höchste zivile Auszeichnung der USA.