Science 23.10.2017

Südpazifik als nasses Grab für über 260 Raumschiffe

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Was passiert mit Raumschiffen und Satelliten, wenn sie ihren Dienst getan haben? Viele landen am Point Nemo im Südpazifik in einem 15.000 Quadratkilomer großen Massengrab.

Elektroschrott im Orbit ist ebenso ein ernstzunehmendes Problem wie auch unkontrolliert abstürzende Weltraumflugkörper. Was die wenigsten wissen: Schon jetzt gibt es einen Punkt auf der Erde, der von Weltraumbehörden als Grab für Objekte verwendet wird, die beim Wiedereintritt in die Atmosphäre nicht verglühen. Die Stelle wurde auf den Namen "Point Nemo" getauft und befindet sich im Südpazifik, weitab von Zivilisation. Über 260 Raumschiffe und andere Flugkörper sollen dort in der Tiefe begraben sein.

Tiangong-1 stürzt auf Erde

Das Thema ist derzeit wieder aktuell, da die chinesische Raumstation Tiangong-1 im Laufe der nächsten Wochen und Monate unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten wird. Es wird erwartet, dass die größten Teile nach dem Auseinanderbrechen der Station etwa 100 Kilogramm wiegen werden. Sollten diese auf besiedeltes Gebiet fallen, könnten Gebäude oder Menschen schwer zu Schaden kommen.

Um solche Situationen zu verhindern, versuchen Weltraumagenturen größere Objekte gezielt zum Absturz zu bringen und diesen so zu planen, dass sie in den 15.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Südpazifik landen. Der Ort wurde ausgewählt, weil er der am weitesten von menschlicher Zivilisation entfernte Platz ist und zu keinem Land dazugezählt wird. Die nächsten Inseln, die Pitcairn Islands befinden sich 2700 Kilometer Luftlinie entfernt.

Der Ort soll auch als Friedhof für die 450 Tonnen schwere Internationale Raumstation ISS dienen, die irgendwann im Laufe des nächsten Jahrzehnts außer Dienst gestellt wird.

( futurezone ) Erstellt am 23.10.2017