Science
02/27/2014

Tesla plant gigantische Batteriefabrik für Elektroautos

500.000 Elektroautos pro Jahr will Tesla verkaufen. Deshalb will der Autobauer nun um vier bis fünf Milliarden Dollar eine riesige Lithium-Ionen-Akku-Fabrik bauen.

Um Elektroautos erschwinglicher für die Massen zu machen, plant der kalifornische Hersteller Tesla den Bau einer riesigen Akkufabrik mit 6500 Beschäftigten. Das Werk soll bis zum Jahr 2020 mehr der benötigten Lithium-Ionen-Akkus produzieren als alle heutigen Fabriken zusammen, wie Tesla am Mittwoch im Firmenblog erklärte. Mithilfe der Fabrik sollen die Elektroauto-Verkäufe von zuletzt 22 500 im Jahr auf eine halbe Million hochgeschraubt werden.

Auf Partnersuche

Tesla will 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) in die sogenannte Gigafactory stecken, insgesamt soll sie 4 bis 5 Milliarden Dollar kosten. Zur Realisierung hat sich Tesla deshalb Partner gesucht. Wer diese sind, darüber schwieg sich das Unternehmen zunächst aus. Medien hatten zuvor von Gesprächen mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic berichtet, der schon jetzt Batterien zuliefert.

Tesla kann einige Verkaufserfolge mit seiner 65 000 Euro teuren Elektrolimousine Model S verbuchen. In drei Jahren ist ein günstigeres Modell für den Massenmarkt geplant. Um den Gesamtpreis zu drücken, müssen aber vor allem die Batterien billiger werden. Die neue Fabrik soll die Kosten pro Kilowattstunde um mehr als 30 Prozent senken. Branchenexperten gehen davon aus, dass eine derartige Produktion auch in den Smartphone- und Tabletmarkt ausstrahlen wird.

Umtriebiger Gründer

Hinter den hochfliegenden Plänen steckt Multi-Unternehmer Elon Musk. Er war einer der Gründer des Internet-Bezahldienstes PayPal, hat mit seinem Unternehmen SpaceX den privaten Raumfrachter „Dragon“ zur Internationalen Raumstation ISS geschickt, mischt bei der Solarfirma SolarCity mit und will mit dem superschnellen Transportmittel „Hyperloop“ die US-Metropolen San Francisco und Los Angeles in 35 Minuten verbinden. Musk gründete auch Tesla und ist dort Chef.

Nach seinen Plänen soll schon in diesem Jahr mit dem Bau der Batteriefabrik begonnen werden. Als Standort stehen die US-Bundesstaaten Nevada, Arizona, New Mexico und Texas zur Wahl. Geht alles glatt, wird die Produktion 2017 für den Start des neuen Massenmodells anlaufen. An der Börse wird Tesla hoch geschätzt. Die Aktie hat sich binnen eines Jahres im Wert versiebenfacht auf zuletzt 253 Dollar. Nachbörslich steig das Papier nach Bekanntgabe der Gigafactory-Pläne weiter.