Science
24.09.2018

TU-Studenten scheitern an Raketen-Weltrekord

Trotz eines „nahezu perfekten“ Starts reichte es für das TU Wien Space Team nicht, um den Studenten-Weltrekord zu brechen.

Nach jahrelanger Vorbereitung war es Sonntagfrüh 9:15 Ortszeit (18:15 MESZ) so weit. Die von TU-Studenten gebaute Rakete „The Hound“ hob im US-Bundesstaat Nevada zum Weltrekordversuch ab. Der Start verlief zwar genau wie geplant, das Team spricht von einem „nahezu perfekten Start“, im weiteren Flugverlauf kam es jedoch zu Problemen, weswegen anstatt der geplanten 100 Kilometer lediglich eine Flughöhe von 13 Kilometern erreicht werden konnte. Das stellte für das Space Team zwar einen internen Rekord dar, der Weltrekord (44 Kilometer) sowie der europäische Rekord (32 Kilometer) für studentische Teams lag jedoch außer Reichweite.

Laut Space-Team-Vorstandsmitglied Moritz Novak war die Ursache für die deutlich niedrigere Flughöhe, dass der Feststoffbooster der oberen Stufe der Rakete nicht zündete. Eigentlich wäre der Flugverlauf so geplant gewesen:

Ursachensuche

Unmittelbar nach dem Start war es für das Team noch nicht möglich, die genaue Ursache zu isolieren, wie es heißt. Eine mögliche Erklärung lautet laut Novak wie folgt: „Ein elektronischer Sicherheitsmechanismus der Oberstufe verhinderte die Zündung des Motors, beispielsweise, weil sich die Rakete nicht im Rahmen der zulässigen Werte (Flughöhe, Anstellwinkel oder Geschwindigkeit) bewegte. In solchen Fällen wird aus Sicherheitsgründen die Zündung des Motors von unserem Boardcomputer deaktiviert.“ Die Zündung könne jedoch auch aus anderen, bislang unbekannten Gründen, nicht erfolgt sein.

Die Rakete hat den Weltrekordversuch nicht unbeschadet überstanden, wie Novak weiter ausführt: „Aufgrund der deutlich veränderten Flugparameter kam es leider zu Beschädigungen an der Oberstufe der Rakete. Eine Ursache hierfür ist ersten Einschätzungen zufolge beim Ausfall einer der zwei Fallschirme an der Rakete und der unerwartet hohen Masse der Oberstufe (ungezündete Motoren sind schwerer) zu finden.“

In den nächsten Tagen wolle man die geborgene Rakete sowie die aufgezeichneten Daten noch detailliert analysieren, um präzisere Rückschlüsse auf die genauen Gründe für den Ausfall der zweiten Stufe ziehen zu können.