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Forschung Unbemanntes Roboter-Boot auf Weltrekordkurs.

Foto: Happy Lab
Das „ASV Roboat“, ein autonomes Segelboot sticht in Kürze in See, um einen Weltrekordversuch zu unternehmen. Parallel dazu wird das von Österreichern entwickelte Schiff für die Erforschung von bedrohten Walarten eingesetzt.

Das „ASV Roboat" hat seinen Startschuss kommende Woche, am 09. Juli, und läuft bis 19. Juli. Gestartet wird das Boot in Eckenförde (Deutschland) und segelt ohne Besatzung und ohne Fernsteuerung in Richtung Norden bis nach Assens (Dänemark) und wieder zurück. Dabei werden mit einer Geschwindigkeit von maximal vier Knoten 150 Seemeilen zurückgelegt. Kommt man ans Ziel trägt man nicht nur zur Erforschung der Schweinswale bei, sondern schlägt auch den bisherigen Weltrekord von 78,9 Seemeilen eines französischen Teams.

Die Kapitäne
Erdacht und gebaut wurde das Schiff von INNOC. Der Verein hat sich auf die Bereiche künstliche Intelligenz und Robotik spezialisiert und sich zum Ziel gemacht Junge und Interessierte zur Wissenschaft zu bringen. Das Projekt „ASV Roboat", welches seit zwei Jahren in der Planungs- und Entwicklungsphase steckt, wurde in Zusammenarbeit mit mehreren Schülern realisiert. Durch das „Sparkling Science" Programm des BMWF konnte die Qualität des Projekts gehoben werden, so Roland Stelzer, Geschäftsführer von INNOC.

Die ersten Ideen für ein autonomes und energieautarkes Boot kamen 2005 auf und man sah es als Herausforderung an, ein komplexes menschliches Handwerk in algorithmus-basierte Rechenoperationen umzuwandeln. Zu Beginn war man mit der Idee noch alleine, doch schon nach kurzer Zeit gab es weltweit immer mehr solcher Segelboote. Österreich hat sich aber bis dato bei Bewerben und Weltmeisterschaften fast immer durchgesetzt.

Weiterentwicklung
Durch diese Erfolge wurde die amerikanische Oregon State University auf INNOC und dessen Projekt aufmerksam. Die dortige Meeresforschung konnte bis dato nur mittels kostspieligen Bojen oder Motorbooten betrieben werden und man suchte nach Alternativen um die Forschung voran zu treiben. Durch das „Roboat" konnte die bisherige Forschungslücke gefüllt werden und so begann die Zusammenarbeit.

Nach zwei Jahren Entwicklung und Bau des Bootes wurden 2011 die ersten Tests in der Ostsee durchgeführt. Mittels WLAN, UMTS/GPRS und Satellit kann das Schiff Daten in Echtzeit an das Begleitboot und die Forschungsstation übertragen. Das „Roboat" stellt somit die erste echte Anwendung in der Forschung durch Robotersegeln dar.

Ausstattung
Das Boot besitzt eine Länge von 3,75 m und bring 300 kg auf die Waage. Durch einen 60 kg schweren Kiel richtet sich das Boot auch bei größter Schräglage wieder selbstständig auf. Zahlreiche Sensoren (Windmessung, GPRS, Schaufelrad, etc.) ermöglichen die Messung und Festhaltung der Daten welche in einem Aufzeichnungsgerät, ähnlich einer Black Box, gesichert werden und in Echtzeit an das Forschungsteam übertragen wird.

Betrieben wird das „Roboat" über Solarpanele mit einer Spitzenleistung von 285 Watt. Für den Notfall befindet sich noch eine Brennstoffzelle an Bord, um die Energiezufuhr zu gewähren.

Den Verlauf der Weltrekordjagd kann über die Facebook-Seite des "ASV Roboat"-Projektes verfolgt werden.

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(Michael Lintner) Erstellt am 04.07.2012, 14:45

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