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Internet
02/23/2012

UPC: Netz ist bereit für über 1Gbit/s

Der Kabelnetzbetreiber demonstrierte heute was mit der jetzigen Infrastruktur möglich ist: bis zu 1,3Gbit/s. Dazu müssten allerdings die analogen Fernsehsender im UPC-Netz abgeschaltet oder reduziert werden, was erst in vier bis fünf Jahren der Fall sein könnte.

von Gregor Gruber

UPC hat heute in Wien bei einer Demonstration eine stabile Datenleitung mit einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 1,3Gbit/s aufgebaut. Dabei handelte es sich um einen Testlauf. Die Übertragung erfolgte von der UPC-Zentrale im 10. Bezirk zum Hilton-Hotel im 3. Bezirk. Die hohe Datenrate kann ohne zusätzliche Infrastruktur erzielt werden und nützt das bereits bestehende HFC-Netz (Glasfaser und Koaxial).

Möglich ist die Steigerung der Geschwindigkeit durch die Verlagerung der Frequenzen. Beim HFC-Netz von UPC nehmen die analogen und digitalen TV-Kanäle bestimmte Frequenzen ein, ebenso wie das Internet. Erhöht man den Frequenzbereich für das Internet, sind auch höhere Übertragungsraten möglich.

Für die Erhöhung müssen aber andere Frequenzen freigemacht werden. Deshalb hat UPC vor, dass analoge Telekabel-TV auslaufen zu lassen: „Wir machen es nicht wie bei DVB-T und schalten einfach das analoge Fernsehen aus. Denn viele Kunden haben nach wie vor noch ihr analoges TV-Gerät in Betrieb, dass nach dem Kauf eines Flat-TVs zum Zweit- oder Drittfernseher wurde“, sagt Thomas Hintze, Chef von UPC Österreich. Für Hintze wäre es etwa denkbar, in vier bis fünf Jahren die jetzigen 38 TV-Sender auf die 20 beliebtesten zu reduzieren. „Es wird auch Sender geben, die in den nächsten Jahren den analogen Betrieb einstellen. Diese werden wir dann nicht Nachbesetzen mit anderen Sendern. So werden auch analoge Frequenzen frei“, sagt Hintze.

Marktführer sollte nicht halbieren
Im Rahmen der Vorführung nannte UPC auch aktuelle Zahlen. 443.000 Kunden nutzen UPC Breitband Internet, 283.000 auch das digitale TV-Angebot. Auf die Frage der futurezone, warum trotz der guten Zahlen eine Servicepauschale nötig ist und UPC bereits mehrere Kündigungswellen durchlaufen hat, antwortet Hintze: „Wir haben zwar Kundenzuwachs, aber die Telekommunikationsbranche einen Umsatzrückgang von 1,2 Milliarden. Das Problem gibt es, seit dem der Marktführer A1 2007 seine Preise um die Hälfte reduziert hat. Das waren keine leichten Managerentscheidung, aber da mussten wir reagieren. Eigentlich sollte der Marktführer seine Premium-Stellung verteidigen und nicht die Preise halbieren“.

Die Service-Pauschale scheint nicht unmittelbar für die Steigerung der Service-Leistung gedacht zu sein. Denn auf die Frage, ob damit etwa der Telefon-Support verbessert wird, den UPC-Kunden häufig als überlastet und schwer erreichbar erleben, antwortet Hintze: „Im Vergleich mit dem Mitbewerb sind wir sehr gut beim Service. Da würden auch 100 neue Angestellte im Call-Center nicht viel daran ändern. Wir wollen mehr auf Automatisierung setzen und Service-Leistungen setzen, die der Kunde selbst zuhause vornehmen kann“.

Expansionen
Der Kundenzuwachs von UPC ist nicht immer ganz freiwillig. In den Bundesländern expandiert UPC, indem kleinere Kabelbetreiber aufgekauft werden. 2010 konnte so UPC etwa 27.000 neue Kunden in Oberösterreich gewinnen. Viele Kunden beschwerten sich über die „Zwangsübersiedelung“, klagten über Verbindungsprobleme, die bei der Migration ins UPC-System auftraten und über die neuen Preise. „Es tut mir leid für die Kunden, die die Umstellung so empfinden“, sagt Hintze: „Aber auf lange Sicht ist es besser für sie, weil wir die Netze an unsere neue Technologie anpassen.“ Weitere Expansionen sind durchaus möglich, wenn ein Kabelbetreiber zum Verkauf steht. Eine Vergrößerung des Netzes mit allen Mitteln ist aber nicht geplant: „Wenn wir für den Ausbau neu graben müssen, ist das um Einiges schwieriger als ein vorhandenes Netz zu übernehmen“, so Hintze.

Die Übernahme eines Mobilfunkers zum Ausbau des Portfolio steht für Hintze derzeit nicht zur Debatte: „Wir erreichen etwa 30 Prozent der österreichischen Haushalte. Wenn wir einen Mobilfunker dazunehmen der 90 Prozent erreicht, können wir die Kombo-Angebote erst recht nur den 30 Prozent anbieten. Ein Kauf eines Mobilfunkers in Österreich wäre deshalb unlogisch.

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