Science
19.08.2016

US Air Force will Plasmabomben in Ionosphäre zünden

Um die Funkkommunikation zu verbessern, will die US Air Force Plasmabomben in der Ionosphäre zünden. Kleine Satelliten sollen diese Bomben abwerfen.

Die Ionosphäre ist die höchste Atmosphärenschicht. Sie beginnt in 80 Kilometer Höhe und zeichnet sich durch große Mengen an Ionen und freien Elektronen aus. Für die Funkkommunikation ist die Luftschicht besonders wichtig, weil sie Kurzwellen reflektiert. Bei Nacht funktioniert dies besser als bei Tag. Die US Air Force überlegt, den Reflexionsgrad im Allgemeinen zu erhöhen. Drei Forscherteams wurden damit beauftragt, Pläne für die Bombardierung der Ionosphäre mit Plasma zu erarbeiten.

Plasmagenerator

Wie New Scientist berichtet, will die US Air Force eine Menge an Cubesats, kleine, würfelförmige Satelliten, mit Plasmabomben bestücken. Die Satelliten sollen die Bomben zu ihrem Einsatzort befördern. Noch ist allerdings unklar, wie man einen Plasmagenerator auf die Größe eines Cubesats schrumpfen könnte. Die drei beauftragten Forschungseinrichtungen verfolgen verschiedene Herangehensweisen.

Unter anderem soll dabei Metall chemisch aufgeheizt werden und mit dem Sauerstoff der Atmosphäre reagieren, um ein Plasma zu erzeugen. Eine andere Produktionsmöglichkeit beinhaltet das Zünden von Sprengstoff und die Umwandlung der Explosion in elektrische Energie. Sollte es gelingen, einen Plasmagenerator für Cubesats zu kreieren, wird dieser in einer zweiten Projektstufe zunächst in einer Vakuumkammer getestet. Wann genau die Plasma-Bombardierung der Ionosphäre schlussendlich stattfinden könnte, ist noch völlig unklar.

Die Beeinflussung der Ionosphäre zur Verbesserung von Funkwellen wurde bereits in der Vergangenheit versucht, etwa im Rahmen des High Frequency Active Auroral Research Program in Alaska.