Westinghouse ist einer der 3 Unternehmen, die von den USA mit der Entwicklung eines Mikroreaktors beauftragt wurden

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Science
03/11/2020

US-Armee bestellt mobile Atomreaktoren

Die nuklearen Mikroreaktoren sollen per Lkw, Flugzeug und Schiff transportiert werden.

Das US-Verteidigungsministerium setzt auf mobile Atomreaktoren. Drei Unternehmen wurden beauftragt, Designs für diese sogenannten Mikroreaktoren zu entwerfen.

Nach 2 Jahren werden die Fortschritte evaluiert. Ist das Design zur Zufriedenheit der US-Armee, wird eines der Unternehmen ausgewählt, um einen Prototypen zu bauen. Dieser soll eine Leistung zwischen 1 und 5 Megawatt haben – damit könnte man über 5.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Atomkraftwerk im Frachtraum

Das Ziel ist einen mobilen Atomreaktor zu erschaffen. Dieser soll kompakt genug sein, um per Lkw, Flugzeug und Schiff ins Ausland transportiert werden zu können. Außerdem muss er schnell aufgebaut und abgeschaltet werden können.

Die Mikroreaktoren sollen zukünftig US-Stützpunkte im Ausland, in Krisen- und Kriegsgebieten, mit Strom versorgen. Auch für zivile Zwecke könnte diese dienen, wie etwa das Versorgen von kritischer Infrastruktur nach Katastrophen. Als Beispiel werden Krankenhäuser genannt.

Laserwaffen

Was nicht dediziert genannt wird, aber auch ein Faktor ist, sind neue Waffensysteme der US-Armee. So wird an mehreren Laser- und Mikrowellenwaffen gearbeitet. Diese sollen Stützpunkte zukünftig vor Drohnen, Raketen und Angriffen mit Flugzeugen und Hubschrauberen schützen. Die Waffen benötigten natürlich Strom, der bisher bei abgelegenen Stützpunkten durch Gas- oder Treibstoffgeneratoren erzeugt wird.

Nach eigenen Angaben verbraucht das US-Militär jährlich 30 Terrawattstunden Strom und über 38 Millionen Liter Treibstoff täglich. Ein kleiner, sicherer mobiler Atomreaktor könne nahezu endlos saubere Energie herstellen, überall auf der Erde, so das US-Verteidigungsministerium.

Russlands schwimmendes Atomkraftwerk

In der Aussendung des Ministeriums wird auch gesagt, dass die USA riskiere die Führerschaft bei Atomenergie an Russland und China zu verlieren. Mit der Entwicklung eines Mikroreaktors wolle man dem entgegensteuern.

Russland bekam im Vorjahr viel Aufmerksamkeit für sein schwimmendes Atomkraftwerk. Das Schiff besteht aus zwei 35-Megawatt-Reaktoren, die eine Stadt in Sibirien mit Strom versorgen.