Science
02.06.2017

"Um ins All zu fliegen, muss man nicht fit sein"

"Jeder kann mit uns ins All fliegen und braucht dafür nicht einmal trainieren", sagte Weltraum-Ingenieurin Beth Moses von Virgin Galactic auf dem Pioneers-Festival in Wien.

Wenige Stunden, nachdem Virgin Galactic den bereits neunten Testflug seines Passagier-Raumschiffs VSS Unity erfolgreich absolviert hatte, machte die Ingenieurin und frühere NASA-Mitarbeiterin Beth Moses auf dem Pioneers-Festival Werbung für die touristische Raumfahrt. "Bisher war der Besuch des Alls nur 559 Personen vorbehalten - in Zukunft wird jeder die Möglichkeit bekommen, in den Weltraum zu reisen", sagte Moses.

Kein Training notwendig

Um bei einer der künftig geplanten Missionen von Virgin Galactic mitzumachen, seien keine besonderen körperlichen Voraussetzungen notwendig. "Man muss nicht fit sein, um mit uns ins All zu fliegen. Unser Flug ist so gestaltet, dass jeder ohne Training nicht nur mitfliegen, sondern das Erlebnis in vollem Umfang genießen kann. Selbst 90-Jährige haben sich bereits bei uns angemeldet", erklärte Moses.

Da man bei dem zweieinhalb Stunden dauernden Flug sich nur wenige Minuten in der Schwerelosigkeit befinde, sei auch keine Rehabilitation nach der Landung notwendig, der sich Astronauten nach längeren Aufenthalten im All sonst unterziehen müssen. Dass der "für jeden buchbare" Kurzausflug in den Weltraum 250.000 US-Dollar kosten werde, wollte Moses nicht überbewerten.

Haus verkauft für Flug

Der hohe Preis werde auch angesichts der diversen privaten Weltraum-Firmen wie SpaceX, Blue Origin und Stratolaunch nach unten gehen. Aber auch unter den Early Adopters, welche die Entwicklung durch ihr teures Ticket mitfinanzieren, gebe es einige, die nicht zur finanziellen Elite gehören. "Manche haben ihr Haus verkauft, um bei Virgin Galactic mitzufliegen und sich so ihren Traum erfüllen zu können", sagte Moses.

"Der Weltraum ist der einzige Ort, wo alle Bewohner des Planeten Erde ungeachtet ihres Glaubens, ihrer politischen Systeme und ihrer Herkunft vereint sind. Von oben sieht man keine Mauer zwischen den USA und Mexico, man sieht nicht, was uns trennt, sondern was uns vereint", machte Moses eine sehr vorsichtig formulierte Anspielung auf die umstrittene Politik von US-Präsident Donald Trump.

Starttermin weiterhin unklar

Wann Virgin Galactic erstmals ins All fliegen wird, steht allerdings weiterhin in den Sternen. Einem Bericht des Weltraum-Mediums Space zufolge will Virgin-Galactic-Gründer Richard Branson noch dieses Jahr zumindest einen Testflug in den Weltraum absolvieren.