Science
08.05.2018

Warum Big Data für die Forschung wichtig ist

© Bild: AbbVie

Wir alle produzieren permanent digitale Informationen – vom Laptop über das Smartphone hin zum Fitnessarmband.

Der digitale Wandel durchdringt somit immer mehr Lebensbereiche. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, ist längst Alltag – vor allem im Gesundheitsbereich. Das Schlagwort der Stunde lautet "Self-Tracking": Mit Schrittzählern, Kalorienrechnern und Gesundheits-Apps nehmen digitalaffine Menschen heute ihre Gesundheit am Smartphone selbst in die Hand.  Dieses Wissen über Herzfrequenz, Bewegungsprofil, Sauerstoff und Zuckerwerte im Blut könnte auch Wissenschaftlern im Forschungsbereich bei neuen Erkenntnissen zu Krankheitsentstehung und Verlauf helfen.

Digital-Health im Alltag der Patienten

Doch nicht nur für Digital Natives und Selbstoptimierer, sondern auch für Personengruppen, die noch stärker auf traditionelle kurative und vorbeugende Ansätze vertrauen, birgt die Digitalisierung enormes Potenzial. Etwa für ältere Menschen mit Herzinsuffizienz, die durch digitale Tools an die Einnahme von lebenswichtigen Medikamenten erinnert werden oder für Ärzte mittels Telemedizin-Lösungen, damit sie im Gefährdungsfall eine direkte Interventions-Möglichkeit haben. Gerade in Industrienationen mit gut ausgebauter digitaler Infrastruktur, die zudem mit hohen Raten lebensstilbedingter Volkskrankheiten wie Diabetes konfrontiert sind, können Apps einen flächendeckenden Beitrag für das Gesundheitssystem und den selbstbestimmten Alltag Betroffener leisten. Dabei ist es – ganz im Sinne der Nutzer – unbedingt notwendig, die Grenze zwischen Wellness-App und seriösem Medizinprodukt eindeutig zu ziehen und strenge Qualitätsansprüche an letzteres zu stellen, damit sichergestellt ist, dass Health-App-Anwender den Empfehlungen, Aufzeichnungen und Funktionen ihrer digitalen Tools ohne Wenn und Aber vertrauen können.

Big Data für neue Erkenntnisse in der Forschung

Big Data ist eine Schlüsseltechnologie für die medizinische und auch pharmazeutische Forschung. Der Begriff steht für eine Flut an Daten, die zur Verfügung steht. Ziel ist, die Daten zu nutzen und dadurch beispielsweise schnellere und bessere Therapien zu entwickeln. Das beginnt bereits bei der Erforschung von Molekülen. Von der frühen Phase bis zur Zulassung eines Medikaments können rund 20 Jahre vergehen. Hier könnte man schon in der frühen Forschung mittels Big Data relevante Muster erkennen, um schneller Forschungshypothesen abzuleiten und diese zu überprüfen. Einige Beispiele: Wie hängt die genetische Veranlagung mit der Entstehung von Alzheimer zusammen? Oder was haben Bluthochdruck und Schuppenflechte miteinander zu tun? So hat etwa die jahrzehntelange medizinische Erfahrung die Erkenntnis hervorgebracht, dass Betablocker Schuppenflechte auslösen können. Big Data hätte dies schneller zutage bringen können.

In Europa gibt es bereits jetzt verfügbare Publikationen oder anonymisierte Patientendaten mit denen gearbeitet werden kann. So werden die meisten Daten aus klinischen Studien zur Entwicklung eines Medikaments veröffentlicht und sind zugänglich. Algorithmen können hierbei helfen, wissenschaftliche Texte in Studien bzw. Publikationen zu durchforsten und wertvolles Wissen zu extrahieren, was ein einzelner Mensch nicht in derselben Zeit leisten könnte.

Datenschutz steht an oberster Stelle

Die Erkenntnisse, die man aus derartigen Daten gewinnen kann, sind jedoch nur so gut wie die Qualität bzw. die Tatsache, ob Daten überhaupt verfügbar sind. In Österreich werden von den Verantwortlichen im Gesundheitssystem die Rahmenbedingungen für E-Services weiterentwickelt. Die Forcierung von smarten Elga-Anwendungen wie E-Medikation, E-Rezept, E-Impfpass und E-Mutter-Kind-Pass ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bei all diesen Vorhaben ist jedoch neben den  Qualitäts- und Sicherheitsaspekten auch die Transparenz und der Schutz sensibler und persönlicher Daten von größter Wichtigkeit. Deshalb müssen gerade Entwicklungen im Digitalbereich ausnahmslos von größtmöglichen Anstrengungen für höchste Sicherheit begleitet werden. Dieser Herausforderung müssen sich alle Beteiligten im Gesundheitswesen annehmen.

 

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und AbbVie entstanden.