Grippe

Die Grippe verläuft meist schwer und setzt Betroffene mit Fieber sowie Husten, Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen bis zu zwei Wochen außer Gefecht.

© APA/dpa/Andreas Gebert / Andreas Gebert

Science
09/04/2020

Wenn Corona und Grippe aufeinandertreffen

Wie wirkt sich die Grippe auf eine Corona-Erkrankung aus? Dieser Frage gehen Forscher weltweit nach.

Laut einer aktuellen Studie wurden etwa 20 Prozent der untersuchten COVID-19-Erkrankten auch auf ein weiteres Atemwegsvirus positiv getestet. Da eine Grippewelle zu erwarten ist, beschäftigen sich nun Forscher weltweit mit der Frage, was passiert, wenn sich eine Person mit Corona und dem Grippevirus ansteckt. 

Bislang wurden laut NPR ein paar Dutzend solcher Fälle gemeldet. Laut Michael Matthay von der University of California sei es möglich, dass sich eine Person mit beiden Viren gleichzeitig oder nacheinander ansteckt.

Co-Infektionen

Ihm zufolge könnten beide Viren zu gefährlichen Entzündungen der Lunge führen und sie mit Flüssigkeit füllen, die den Betroffenen das Atmen erschwert. Laut Matthay könnten die Atembeschwerden bei einem Viren-Mix generell noch schlimmer ausfallen. Auch könnten zwei nacheinander auftretende Krankheiten, die die Lunge angreifen, schwerwiegendere Probleme nach sich ziehen.

Solche Co-Infektionen sind bei Atemwegserkrankungen im Grunde keine Seltenheit. Da COVID-19 jedoch so neu ist, sind die Auswirkungen einer Verbindung mit einem anderen Atemwegsvirus allerdings unbekannt. Dass ein Virus im Körper nachgewiesen wird, bedeutet laut Helen Chu von der University of Washington jedenfalls nicht zwingend, dass eine aktive Infektion besteht. „Man könnte am Ende einer Erkrankung  und daher symptomfrei sein, aber man kann dennoch einen nicht-lebensfähigen Virus entdecken“.

Unterschiedliche Auswirkungen

Ältere Studien deuten darauf hin, dass es unterschiedliche Auswirkungen gibt, wenn sich eine Person mit zwei Viren infiziert. Entweder bewirkt das Extra-Virus gar nichts, macht eine Erkrankung noch schlimmer oder hat einen kurzfristigen schützenden Effekt. Beim Parainfluenzavirus, beim Humanen Metapneumovirus oder beim Humanen Coronavirus sei eine ernsthafte Auswirkung in Verbindung mit dem Grippevirus aber wahrscheinlich, wie Chu meint. Ihr zufolge sei eine Grippeimpfung ratsam.

Hier scheiden sich aber die Geister. Viele Experten sind der Meinung, dass es im Bezug auf das Corona- und Grippevirus zu wenige Studien gibt, um Rückschlüsse ziehen zu können. Es ist zudem möglich, dass ein Virus das andere unterdrückt und dessen Verbreitung somit verhindert. Neue Studien sollen diese Co-Infektion näher analysieren.

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