Start-ups
21.02.2018

Delinski: Restaurant-Restplatzbörse startet neu durch

Die Reservierungsplattform, die bis zu 30 Prozent Rabatt auf Restaurant-Rechnungen verspricht, hat einen neuen Eigentümer.

Die 2012 gegründete Reservierungsplattform Delinski, die satte Rabatte in Restaurants verspricht, hat mit David Savasci einen neuen alleinigen Geschäftsführer. Gemeinsam mit Marketing-Chef Wendelin Amtmann soll dem "Start-up" nun endlich zum Durchbruch auch abseits von Wien und Österreich verholfen werden. Das Grundkonzept ist seit Anfangstagen unverändert. Hungrige Gäste können über die Plattform bei einem der über 250 teilnehmenden Lokale reservieren und je nach gewünschter Zeit sich damit einen Nachlass von bis zu 30 Prozent auf die Gesamtrechnung sichern - Getränke inklusive.

Restaurants verdoppeln

In den kommenden Monaten will Savasci mit seinem neuen Team die Plattform bekannter machen und die Anzahl der teilnehmenden Restaurants verdoppeln. "Wir streben nur für Wien 500 Restaurants bis Ende 2018 an. Darüber hinaus werden wir in Graz und Salzburg starten und den Launch in München vorbereiten, der spätestens Anfang 2019 erfolgen soll", erklärt Savasci im Gespräch mit der futurezone. Neben einem überarbeiteten Online-Auftritt werde auch die App neu gestaltet. Ebenfalls geplant ist ein Chatbot für personalisierte Restaurant-Empfehlungen.

Für Nutzer wird sich am prinzipiellen Buchungsvorgang nichts ändern. Über Webseite oder App sucht man ein Restaurant seiner Wahl - die Lokale können nach verschiedenen Kriterien wie Essensrichtung gefiltert werden. Bei der Reservierung wird der gewährte Rabatt angezeigt. Im Lokal wird dieser automatisch nach Nennung des Namens abgezogen. Für Nutzer ist der Service gratis. Restaurant-Betreibern wird ein kleiner Betrag pro Besucher verrechnet. Sie können den angebotenen Rabatt selber bestimmen.

Win - Win

"Dass das Konzept für Leute attraktiv ist, die gerne essen gehen und sich dabei auch noch was sparen möchten, liegt auf der Hand. Für Gastronomen wiederum geht es darum, die Besucherfrequenz gerade in Randzeiten zu erhöhen und ansonsten freibleibende Tische zu vermeiden. Die Rechung ist simpel: Anstatt keinen Umsatz zu machen, bleiben dem Lokal 70 Prozent Deckungsbeitrag abzüglich des Wareneinsatzes. Und auch aus Marketing-Sicht können Lokale nur profitieren", sagt Savasci.

Inwiefern der neue 100-Prozent-Inhaber - über den Übernahmepreis vom ursprünglichen Gründerteam wurde Stillschweigen vereinbart - den überregionalen Durchbruch schaffen will, hält sich Savasci im futurezone-Interview bedeckt. Weitere Neuerungen und Ideen würden im Laufe des Jahres präsentiert. Zudem verwies Savasci auf seine langjährige Erfahrung in der Start-up-Szene, die er unter anderem mit seinem letztlich erfolglosen Lebensmittel-Lieferservice Zuper machen konnte.

Fragmentierte Restaurantszene

"Wenn man als Start-up erfolgreich sein will, muss man sich in der Industrie, in der man Fuß fassen will, sehr gut auskennen. Denn die Idee kann noch so gut sein - der Teufel steckt leider im Detail", sagt Savasci in Hinblick auf das gescheiterte Konzept rund um Zuper. "Damals musste ich einfach einsehen, dass der Lebensmittel-Einzelhandel in Wahrheit von vier großen Konzernen - Rewe, Lidl, Hofer, Spar - dominiert wird, die enorm viel Geld investieren. Da hat man als kleines Start-up kaum eine Chance."

Im Gastro-Bereich sei das ganz anders. "Der Markt ist völlig fragmentiert. Die Gastronomen wissen genau, was ihre Probleme sind und was ihnen etwas bringt. Daher sind sie auch offen für neue Services und Plattformen, mit denen sie profitabler wirtschaften können." Nach dem Ausbau der Plattform in Österreich sei die Expansion nach Deutschland oberstes Ziel. Dafür muss die Plattform aber neues Kapital auftreiben.