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Start-ups
10/03/2019

Klug per Klick: Wie Wissen gebucht und weitergegeben werden kann

Das Wiener Start-up Klickerr möchte Wissen verbreiten und bietet unterschiedliche Fortbildungsangebote an.

von Andreea Iosa

Wissen ist bekanntlich das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt. Deswegen gibt es Plattformen wie Klickerr, auf der sich nicht nur Schüler und Studenten fortbilden oder ihr Wissen  weitergeben können – das Portal ist für jeden zugänglich. Für die fast 380.000 österreichischen Studenten, die derzeit immatrikuliert und gerade in das neue Semester gestartet sind, dürfte das Start-up besonders  interessant sein. Denn: 62 Prozent der befragten Universitätsprofessoren gaben in einer Umfrage von Statista an, dass eine persönliche Betreuung nur eingeschränkt möglich ist. Der Bedarf nach Nachhilfe steigt also. Laut Arbeiterkammer werden über 100 Millionen Euro in Österreich für private Nachhilfe ausgegeben.

Wissen aus aller Welt

Die Suche nach Nachhilfeangeboten ist allerdings nicht immer einfach. Das will Alexander Pressinger ändern. Er hat die Plattform Klickerr ins Leben gerufen, auf der Wissen weltweit gebucht und geteilt werden kann. Auf der Plattform können Nutzer unterschiedliche Dienstleistungen aus aller Welt buchen –  von Sprachkursen über Business-Workshops bis hin zu Programmier-Stunden. Wer beispielsweise eine einzigartige Idee für eine App hat, sie jedoch selbst nicht programmieren kann, kann sich über Klickerr Nachhilfe holen.

Besonders gefragt sind laut Pressinger derzeit die Nachhilfe-, Ernährungs- und Lifestyle-Kategorien. „Wir bieten auch Influencern eine interessante Möglichkeit, ihr Wissen direkt an ihre Community anzubieten“, sagt Pressinger. Die Verbindung unter den Nutzern sei direkt und transparent und wird mit der Einbindung von Social Media ergänzt. Jene Nutzer, die ihr Wissen weitergeben wollen, können es über den One-Stop-Shop sofort tun. Um Rechtliches, Bezahlfunktionen oder Ähnliches müssen sie sich laut Pressinger nicht kümmern.

„Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch über ein Spezialwissen verfügt. Die Idee von Klickerr ist, dass Wissen leicht und unkompliziert zugänglich gemacht wird und dabei der Anbieter für seine Leistung die Entlohnung erhält, die ihm zusteht. Ganz nach dem Motto: Du hast es dir verdient“, sagt er. Wieviel ist den Anbietern vorbehalten, denn sie selbst bestimmen die Preise der unterschiedlichen Dienstleistungen und behalten sich 97 Prozent des Verkaufspreises.

Es geht weiter

Nächstes Ziel sei private Personen und Unternehmen in Österreich und Deutschland anzusprechen. „Denn es gibt bereits eine komplette Firmenlösung für Unternehmen mit Europäischer Steuernummer“, sagt Pressinger. Auch die Bekanntmachung in den Vereinigten Staaten ist geplant. Klickerr ist für Anbieter bereits in 18 Ländern verfügbar, darunter auch USA, Kanada, Singapur oder Australien, und demnach mehrsprachig.

Nachhilfe ist digital

Die Suche nach Fortbildungs- und Nachhilfemöglichkeiten hat sich längst ins Internet verlagert, denn so erfolgt sie einfacher und schneller. Klickerr ist dabei eines der neuen, aber bei weitem nicht das einzige Portal, das Wissen zum Geschäftsmodell gemacht hat. 

meet'n'learn

Dieses Portal ist auf Österreich bezogen und verbindet Menschen online, die sich nach Terminvereinbarung aber offline austauschen. Auf der Plattform lässt sich das Fach sowie die Postleitzahl oder die Stadt eingeben und schon spuckt die Seite eine Reihe an potenziellen Nachhilfelehrern aus.

Skillshare

Auf internationaler Ebene und ähnlich wie Klickerr funktioniert auch die Online-Lerngemeinschaft Skillshare aus den USA. Anders als bei Klickerr lernen Menschen hier aus den gebuchten Videos zu den über 1.000 bereitgestellten Kursen.

Coursera

Über Coursera bilden sich rund zehn Millionen Menschen weiter. Die akademischen Kurse werden von internationalen Universitäten – darunter auch Elite-Unis wie Stanford – angeboten. Die Teilnahme ist kostenlos und verlangt keine Zugangsvoraussetzungen. 

GO Student

Das österreichische Start-up sieht digitale Nachhilfe ebenfalls als ertragreiches Geschäftsmodell und will bald international agieren. Über die App können Studenten einen Tutor buchen und über Videochat mit ihm lernen. Die Lernstunden können aufgezeichnet und später wieder eingesehen werden. Die Community besteht aus 350.000 Schülern und Studenten sowie 400 Tutoren.

Udemy

Über Udemy können Wissenshungrige ein Angebot von Universitäten und Privatpersonen buchen. Das Bewertungssystem kann Aufschluss über die Qualität und Professionalität des jeweiligen Anbieters geben. Manche Lehrgänge sind kostenlos.