Start-ups
27.07.2018

Lobster: Schnell Geld mit selbstgemachten Fotos verdienen

Das Londoner Start-up Lobster verspricht Privatpersonen schnelles Geld für den Verkauf von Foto-Lizenzen.

Das Prinzip ist einfach: Man gibt ausgewählte Ordner seiner diversen Online-Fotosammlungen frei und erhält Geld, wenn ein Interessent beschließt, ein Foto oder Video kommerziell zu verwenden. Das Londoner Start-up Lobster hat mit dieser Geschäftsidee bereits einen rasanten Aufstieg geschafft. Jüngster Erfolg ist der Gewinn des Jury-Votings beim "Demo Day" des Wiener Start-up-Zentrums weXelerate, wo Lobster in den vergangenen Monaten ein Büro betrieb.

Idee im DHL-Büro

Gegründet wurde Lobster im Jahr 2013 von der gebürtigen Russin Olga Egorsheva gemeinsam mit ihren Partnern Maria Iontseva und Andrey Dmitriev. "Ich habe früher für DHL in Deutschland gearbeitet und dabei viel mit Stock-Fotos zu tun gehabt. Bei der Verwendung von Social Networks habe ich mir gedacht: Warum ist es eigentlich nicht möglich, Fotos von echten Menschen zu lizensieren", schildert Egorsheva bei einem Telefonat mit der futurezone die ursprüngliche Idee ihres Start-ups.

Sofort globale Ausrichtung

Von ihrem Vater hat Egorsheva das Fotografie-Handwerk erlernt. Gemeinsam mit ihm hatte sie zuvor in Russland bereits ein Foto-Start-up gegründet. Mit der Idee einer neuartigen Stock-Foto-Plattform begeisterte Egorsheva schnell Investoren. 2014 durchlief Lobster erstmals ein Accelerator-Programm in Großbritannien. 2017 zog Lobster nach Wien in das weXelerate ein. "Wir hatten von Tag eins an eine globale Ausrichtung", meint Egorsheva. "Wir bemerkten, dass wir am deutschsprachigen Markt ein großes Potenzial hatten und wollten österreichische Investoren gewinnen."

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37 Milliarden Bilder

Die Stock-Foto- und -Video-Plattform Lobster wächst unterdessen rasant. Zwischen 30.000 und 40.000 Fotografen bieten Bilder zur kommerziellen Verwendung an. Die Bilddatenbank umfasst bereits 37 Milliarden Bilder. Interessenten an diesen Bildern bietet Lobster verschiedene Verkaufsmodelle an. Bilder können entweder einzeln gekauft und per PayPal oder Kreditkarte bezahlt werden. Außerdem kann man so genannte Credits erwerben und damit Bilder beziehen (um die Hälfte des Bar-Preises) oder aber man schließt ein Abonnement ab und kann in dessen Rahmen eine bestimmte Anzahl von Bildern ohne weitere Kosten beziehen.

Preis nach Publikationsgröße

Wer bei Lobster als Kunde wieviel zahlt, hängt davon ab, wieviele Menschen das jeweilige Bild oder Video zu sehen bekommen, sei es in einem Print- oder in einem Onlinemedium. Kunden können die Bilddatenbank von Lobster auf verschiedenste Weise durchkämmen. Man kann nach Suchbegriffen, Orten, Hashtags oder genauen Metadaten suchen. Unter anderem kann man der Suchfunktion auch ein Bild vorgeben und weitere Bilder finden, die einen ähnlichen Stil aufweisen. Der Suchalgorithmus ist laut Egorsheva "voll funktionsfähig, wird aber kontinuierlich verbessert."

Einfaches Mitmachen

Das Beisteuern von Bildern will Lobster Fotografen möglichst einfach machen. Sie können unter zehn verschiedenen Social Networks und Cloud-Diensten auswählen und darin einzelne Ordner für Lobster freigeben. Dabei kann auch unterschieden werden, ob es sich um einen einmaligen Upload handeln soll oder Fotos dauerhaft mit der Lobster-Datenbank synchronisiert werden sollen. Der Fotograf kann auch auswählen, ob Fotos zur sofortigen Freigabe an Interessenten durch Lobster zur Verfügung stehen sollen, oder ob zuvor noch eine Einwilligung des Fotografen eingeholt werden soll. In letzterem Fall muss der Fotograf jedoch innerhalb eines gewissen Zeitfensters auf Anfragen antworten.

Internationales Team

Lobster beschäftige derzeit rund 20 Menschen, meint Mitbegründerin Egorsheva. Das Kernteam werde von 15 Personen gebildet. Das Team sei auf mehrere Länder verteilt. Das Hauptquartier des Start-ups sei in London, dazu "haben wir Leute in Moskau, Tschechien, in den USA und in Wien". Konkrete Deals mit österreichischen Investoren hat Lobster bisher noch nicht abgeschlossen, meint Egorsheva, "aber wir befinden uns intensiv in Verhandlungen und es sieht ganz gut für uns aus".

 

Die futurezone ist Medienpartner von weXelerate.