Start-ups 24.05.2018

Pioneers lädt umstrittenes Eskort-Start-up hussy.io aus

© Bild: Hussy.io

Nachdem das Blockchain-Start-up für Wirbel beim 4GameChangers-Festival gesorgt hatte, muss es nun dem Pioneers fernbleiben.

hussy.io soll eine Eskort-App werden, mit der man die "Sex-Industrie umkrempeln" wolle. Das Blockchain Start-up sorgte bereits in der Vergangenheit für Aufregung, nun wurde es auch vom Pioneers Festival ausgeladen, wie die Veranstalter gegenüber der futurezone bestätigt haben.

In der schriftlichen Stellungnahme heißt es demnach, hussy.io wurde ausgeladen, nachdem man sich über die Hintergründe ihrer Teilnahme an einer Pitching Competition sowie über ihre bisherige Kommunikation informiert habe. Die Veranstalter haben sich außerdem direkt mit dem Gründer ausgetauscht.

Begründung

Stein des Anstoßes waren demnach Formalitäten: „Im Zuge dieser Nachforschungen mussten wir feststellen, dass sie leider nicht besonders genau und sorgfältig mit einiger ihrer Angaben waren und sich fragwürdiger Methoden bedient haben, um ihre Position zu verbessern. Auch in Zusammenhang mit der Teilnahme an unserem Event haben sie irreführende Angaben gemacht“, so die Pioneers-Veranstalter.

Das Start-up würde sich demnach in einer früheren Phase befinden, als es aus den Bewerbungsunterlagen ersichtlich gewesen sei. Die Nicht-Teilnahme von hussy.io wurde direkt mit hussy vereinbart und erfolgte in beiderseitigem Einvernehmen, wie es weiter heißt.

Reaktion

Peter Tulala, Gründer von hussy.io, respektiere den Schritt, wie er gegenüber der futurezone erklärt. Er bedaure, dass sie lediglich einen Tag vor Beginn ausgeladen wurden. Er deutet außerdem an, dass es wohl nicht nur Formalitäten seinen, weswegen sie nicht am Pioneers teilnehmen dürfen. „Sie hatten wahrscheinlich keine andere Möglichkeit unter dem Druck der Öffentlichkeit“, so der Gründer.

Protest im Vorfeld

Der Entscheidung ging eine hitzige Diskussion in der Facebook-Gruppe Austrian Startup Pinwall voraus. Viele Menschen aus dem Start-up-Umfeld kritisierten die Einladung des Start-ups. Dagegen öffentlich gekämpft hat unter anderem Iwona Laub. Ihre Beiträge in der Facebook-Gruppe wurde dabei teilweise gelöscht, wie sie gegenüber er futurezone erzählt. 

Sie wurde daraufhin außerdem per Direktnachrichten persönlich angegriffen, wie sie berichtet. Die Kritik an der Einladungspolitik hält sie für unbedingt notwendig: „Wer einem Start-up eine Bühne und Investment bietet, muss sich angesichts öffentlicher Sponsoren - z.B. Stadt Wien - nicht wundern, dass er zur Rechtfertigung aufgerufen wird“, so Laub.

"Moralisch rückständig"

hussy.io sorgte bereits beim 4GameChangers-Festival im April für Wirbel. Die Präsentation der hussy.io-Gründer löste damals heftige Debatten aus. Kritik kam damals unter anderem von der ehemaligen Sektor5-Managerin Florien Drees und der Gründerin von designtribe.io Lisa Weinsberger. „Ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert, dass hier Menschen Airtime gegeben wird, die moralisch so rückständig sind“, schrieb Drees damals öffentlich auf ihrer Facebook-Seite.

( futurezone ) Erstellt am 24.05.2018