Start-ups
18.09.2018

So können Security-Start-ups besser wachsen

Zwei Experten erklären, welche Sicherheitsprobleme es noch in österreichischen Unternehmen gibt, wie Förderungen gestaltet werden sollten und warum der Staat ein wichtiger Kunde für Security-Start-ups ist.

Mit dem Wettbewerb „Security Rockstars 2018“ suchen KSÖ, SBA Research und KPMG neue Ideen rund um das Thema IT-Security. Doch woran hapert es eigentlich in der Security-Strategie österreichischer Unternehmen, welche Lösungen werden gesucht? Andreas Tomek, Partner IT-Advisory und Cyber Security bei KPMG, sieht erstens großen Bedarf im Bereich Ausbildung und Personal – vom reinen Techniker bis zum Manager muss ein gewisses Know-how rund um das Thema aufgebaut werden.

Damit verbunden ist es zweitens wichtig, das Bewusstsein für das Thema IT-Security zu schärfen, wie Markus Klemen, CEO von SBA Research, ausführt: Entscheidungsträger müssen sich einen Gesamtüberblick über die IT-Schwachstellen verschaffen und daraus eine Strategie ableiten. „Die Geschäftsführung sieht meist zuerst die Kostenseite solcher Projekte“, bemängelt Klemen: Die EU-Datenschutzgrundverordnung habe jedoch ein gewisses Bewusstsein dafür geschaffen, dass Daten einen Wert haben und daher geschützt werden müssen.

Israel als Vorbild

Auch ist es laut Tomek wichtig, dass österreichische Unternehmen nicht nur auf Anbieter aus den USA setzen, sondern auch ein Bewusstsein für europäische Lösungen entwickeln. Dazu gehöre auch ein staatliches Commitment, auf Lösungen aus Österreich zu vertrauen. Beide Experten ziehen hier den Vergleich zu Israel, wo die nationale Sicherheit im Vordergrund steht und laut Tomek der Staat sich als Investor Anteile an den Start-ups sichert – somit ist das Interesse dort größer, dass die jungen Unternehmen tatsächlich Erfolg haben.

„In Österreich wären staatliche Projekte auch ein guter Weg, um die Systeme der Start-ups im großen Stil zu testen“, sagt Tomek: Kombiniert mit einer entsprechenden Förderung, um die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen zu garantieren. Der Status-quo sieht hingegen anders aus: Oft steht der Preis bei den Ausschreibungen im Vordergrund, und viele KMU können die Anforderungen gar nicht erfüllen.

Kein Wachstum

In Österreich gibt es für Start-ups vor allem in den frühen Phasen viele Förderungen durch etwa die FFG oder das AWS. Das BMVIT stellt mit KIRAS sogar eine spezielle Förderung für Security-Lösungen zur Verfügung, die von der FFG verwaltet wird. Tomek bemängelt jedoch, dass die Förderungen teils nicht gezielt genug vergeben werden und dass viele Start-ups zu spät scheitern: Sie laborieren dann oft an einer Idee, die jedoch nicht markttauglich ist.

Für das spätere Wachstum wiederum ist nicht genug Risikokapital in Österreich vorhanden, weshalb viele Start-ups schließlich ins Ausland abwandern. Wegen des hohen Risikos schaffen es viele Start-ups hierzulande nicht einmal, einen Bankkredit zu bekommen. Schwierigkeiten sehen die beiden Experten auch darin, dass Europa ein inhomogener Markt mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen ist, während man in den USA sein Unternehmen viel leichter skalieren kann.

Sonderwirtschaftszone für Start-ups

Tomek skizziert in diesem Kontext die Idee einer Sonderwirtschaftszone, in der sich Start-ups und Geldgeber ansiedeln. In diesem Cluster könnten sie zum Beispiel Steuervorteile nutzen und ein gemeinsames Ökosystem aufbauen. Im Gegenzug müssten die Unternehmen eine Verpflichtung eingehen, im Land zu bleiben. So könnten hierzulande Wertschöpfung und Arbeitsplätze geschaffen werden, führt Tomek aus.

Klemen verweist auch auf den Wettbewerb „Security Rockstars 2018“, mit dem Einzelpersonen und Start-ups mit einer guten Idee selbige der Öffentlichkeit präsentieren können. „Die Teilnehmenden bekommen hier ein Netzwerk, in dem sie von Experten beraten und mit potenziellen Kunden in Verbindung gebracht werden“, sagt er.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer bezahlten Kooperation zwischen futurezoneund dem Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) entstanden.