Start-ups
01.04.2016

Fahrradrouten-Planer Bikemap startet neu durch

Das Wiener Start-up Bikemap hat über 500.000 radbegeisterte Nutzer in über 80 Ländern. Nun erhält der Dienst ein neues Design und neue Funktionen.

Bikemap bietet Fahrradfahrern eine Plattform, um ihre Lieblingsrouten mit anderen Radlern zu teilen. Das Wiener Start-up hat mit diesem Konzept eine internationale Fan-Gemeinschaft aufgebaut. Bei einer Finanzierungsrunde im Dezember 2015 wurden 700.000 Euro in das Unternehmen investiert.

"Täglich erstellen unsere Nutzer mehr als 1.500 neue Routen. Insgesamt man daher bereits auf mehr als 2,8 Millionen verschiedene Routen in über 80 Ländern kostenlos zugreifen", meint Bikemap Mitbegründer und Geschäftsführer Christof Hinterplattner. Nun führt Bikemap ein neues Design, technische Verbesserungen im Hintergrund und neue Funktionen ein.

Offline-Speicherung

Im Hintergrund wird etwa das Kartenmaterial, auf dem die Fahrradrouten angezeigt werden, überarbeitet. Das soll in Zukunft schnellere Ladezeiten ermöglichen. Außerdem können Bikemap-Nutzer den Dienst ab sofort auf mehreren Geräten gleichzeitig benutzen. Die Daten werden dabei laufend synchronisiert. Änderungen, die man etwa auf einem Gerät an einer persönlichen Route vornimmt, werden sofort auch auf anderen Geräten sichtbar.

Noch vor dem Sommer will Bikemap kostenpflichtige Premium-Dienste einführen. Darunter wird etwa die Offline-Speicherung von Karten fallen. "Man kann dann etwa alle Fahrradrouten für die Schweiz vor einer Reise auf sein Smartphone laden", sagt Hinterplattner. Roaminggebühren für das Benutzen des lokalen Mobilfunknetzes sollen damit wegfallen.

Qualität verbessern

Der deutschsprachige Raum ist das bisher wichtigste Verbreitungsgebiet von Bikemap. 35 Prozent der Nutzer kommen aus dieser Region. "Aber auch in Großbritannien, Polen oder Spanien wird Bikemap bereits stark genutzt", meint Hinterplattner. In Zukunft will das Unternehmen auch versuchen, in skandinavischen Ländern noch populärer zu werden, etwa im fahrradfanatischen Dänemark: "Kopenhagen ist die Mutter des progressiven Radfahrens, aber es gibt viele lokale Routenplanungsangebote."

Die Hauptkonkurrenten von Bikemap sind Routenplanungsdienste, die eine ganze Reihe von Freizeitangeboten abdecken. "Die bieten dann alles, von Karten fürs Schlauchbootfahren bis zum Reiten", sagt Hinterplattner. "Wir konzentrieren uns auf eine Sportart. Unsere Nutzer kennen die besten Fahrradrouten."

Bikemap sei deshalb bemüht, noch mehr Routenvorschläge von Privatpersonen mit noch höherer Qualität anbieten zu können. Beiträge, die besonders sorgfältig gestaltet sind, werden von einem internen Algorithmus besser bewertet und sichtbarer gemacht. Wer seinen Routen-Geheimtipp lieber nur in engem Kreis teilt, kann sich aber auch dafür entscheiden.

Wunderkind bei Twitter

futurezone hat bereits 2011 über Bikemap berichtet. Der damals 16-jährige HTL-Schüler Felix Krause war damals maßgeblich an der Entwicklung der App des Fahrradroutenplaners beteiligt. Nach seinem Projekt bei Bikemap gründete Krause sein eigenes Start-up Fastlane, das 2015 von Twitter gekauft wurde. Der nun 21-jährige Krause arbeitet nun für den Kurznachrichtendienst in Kalifornien.