Start-ups
29.09.2016

Farmdok: Smartphone-App hilft Landwirten auf dem Feld

App und Online-Plattform statt Zettelwirtschaft. Das österreichische Start-up Farmdok will Landwirten den Sprung ins digitale Zeitalter erleichtern.

Eine Landwirtschaft zu betreiben bringt eine Menge Schreibarbeit und vielerorts auch Zettelwirtschaft mit sich. Der Einsatz von Dünge-, aber auch Pflanzenschutzmitteln muss nach gesetzlichen Vorgaben dokumentiert werden. Aber auch um Qualitätsstandards beim Anbau zu erfüllen oder herauszufinden, welche Maßnahmen zu einer Ertragsveränderung führen, ist viel Dokumentationsarbeit notwendig.

Feld statt Büro

Um diese zeitintensive Arbeit vom Büro wieder aufs Feld zu bringen, hat das österreichische Unternehmen Farmdok eine gleichnamige App für Smartphones und Tablets entwickelt, mit der alle relevanten Daten mit wenigen Klicks in der freien Natur aufgezeichnet werden können. " Österreichs Landwirtschaft besteht zu über 90 Prozent aus Familienbetrieben mit relativ kleinen Flächen unter 20 Hektar", erklärt Farmdook-Geschäftsführer Andreas Prankl im futurezone-Interview.

„Viele führen die Landwirtschaft im Nebenerwerb und verfügen im Normalfall nicht über eigene Büroarbeitskräfte, welche die Dokumentationsarbeit erledigen. Dazu kommt, dass existierende Lösungen kompliziert, teuer und für Großbetriebe ausgelegt sind.“ Prankl, der das Start-up zusammen mit seinen Brüdern Johann und Peter sowie einem befreundeten Landwirt gegründet hat, sieht die eigene Plattform als einfache Möglichkeit für die heimischen Landwirte, vom technologischen Fortschritt zu profitieren. Die App ist auch offline verwendbar, die Daten werden dann später mit funktionierender Internetverbindung abgeglichen.

Handy am Acker

„Jeder besitzt heute ein leistungsfähiges Smartphone, das immer in der Hosentasche dabei ist. Durch die integrierten GPS-Möglichkeiten kann man Fahrmuster des Traktors aufzeichnen und die Feldarbeit künftig automatisiert dokumentieren“, sagt Prankl. Die entwickelte GPS-Funktion sei weltweit einzigartig und führte unter anderem dazu, dass das Start-up im Rahmen des Hochtechnologieförderprogramms vom Austria Wirtschaftsservice (AWS) unterstützt wurde. Mittlerweile ist die Technologie als Patent angemeldet.

Nach einem ersten Pilottest mit ausgewählten Landwirtschaftsbetrieben wurde die App im März freigegeben. In den ersten vier Monaten wurden über 2500 Downloads verzeichnet, das Interesse ist laut Prankl anhaltend hoch. Neben einer eingeschränkten Gratis-Version wird die kostenpflichtige Variante nach bewirtschafteter Fläche abgerechnet. Der Einführungspreis beträgt ein Euro pro Hektar pro Jahr.

Neben Österreich will man mit der Plattform und App künftig auch in Deutschland und dem Rest von Europa punkten. Dazu müssen allerdings die gesetzlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern berücksichtigt werden. Die App ist sowohl für Android als auch iOS verfügbar, erst kürzlich wurde die Benutzeroberfläche überarbeitet und weiter vereinfacht.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Medienkooperation mit aws. Die redaktionelle Hoheit obliegt allein der futurezone-Redaktion.