Unispotter-Gründerin Verena Maria Mai

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Junge Gründerinnen im Porträt
07/19/2017

Unispotter: "Der größte Luxus ist die Freiheit"

Sich für ein Studienprogramm zu entscheiden, ist nervenaufreibend. Die App Unispotter will Studierenden bei der Wahl helfen. Gründerin Verena Maria Mai im Porträt.

von Martin Stepanek

Die seit Ende 2015 verfügbare Gratis-App Unispotter hilft Studierenden bei der Wahl des richtigen Studiums. Neben Informationen zu über 50.000 Bachelor- und Master-Programmen in Österreich, Deutschland und seit kurzem auch Großbritannien, erhalten junge Menschen eine Einschätzung über die Lage am Arbeitsmarkt. Über 100 verschiedene Studienkategorien inklusive dazugehöriger Berufsfelder werden von Unispotter aufbereitet. Im Sommer sollen weitere Länder dazukommmen.

Vom Master-Studium zur Gründung

Sich selbstständig zu machen oder gar ein Start-up zu gründen stand anfangs gar nicht auf dem Karriereplan von Verena Maria Mai. Am Ende des eigenen Master-Studiums begann die mittlerweile 28-Jährige aber zusammen mit den zwei Co-Gründern Christoph Trost und Roger Kerse, die Idee von Unispotter mit einer App und schließlich dem 2016 gegründeten Unternehmen umzusetzen.

„Inspiriert hat uns sicher unsere eigene Erfahrung. Das richtige Studienprogramm auszuwählen, ist wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, erzählt Mai im Interview mit der futurezone. Als Vorbilder dienten zudem Professoren, von denen die meisten auch Firmen hatten, sowie Mitstudierende, die darauf brannten, etwas Neues zu erschaffen. Wertvollen Input habe sie auch von erfolgreichen und gescheiterten Start-up-Gründern erhalten.

Selbstbestimmung als Luxus

Wie bei vielen anderen Start-up-Gründern spielt Geld auch für Mai nicht die tragende Rolle, sondern ist eher nur Mittel zum Zweck. „Mein größter Luxus am Start-up-Leben ist die Freiheit: Man kann selbst entscheiden, mit welchen Leuten man arbeiten möchte, wie es mit dem Unternehmen weiter gehen soll und auch wann und wo man arbeiten will“, sagt Mai. Diese Freiheit verlange allerdings einiges an Disziplin ab, um sich auch einmal am Wochenende von der Arbeit loszulösen - "auch weil in unserer Gesellschaft Fleiß und Erfolg immer noch über die Stunden im Büro definiert werden".

Jungen Menschen, die am Anfang ihres Karrierewegs stehen, rät Mai genau zu reflektieren, was man kann, mag und welche Werte man vertritt. „Diese Generation wird Jobs haben, die wir jetzt noch gar nicht abschätzen können und mit völlig neuen Rahmenbedingungen wie der Automatisierung, Digitalisierung und Globalisierung konfrontiert sein.. Laufend neue Sachen erlernen, mit anderen Kulturen umgehen können, Teamarbeit und Technik-Interesse werden wichtige Punkte sein“, ist Mai überzeugt.

Porträtserie

Im Rahmen der Kurier-Serie "Plan K" hat die futurezone mit den jungen Gründerinnen und Gründern von Lobu, Unispotter, Coachfox und Amlogy über ihre Beweggründe gesprochen, warum sie sich für den Weg in die Start-up-Szene entschieden haben. Den Auftakt der Serie bildete die von Wiener Schülern gegründete "Amazon-Alternative" Lobu.

Teil 1 - Lobu: "Manchmal stressen wir uns zu viel"
Teil 2 - Unispotter: "Der größte Luxus ist die Freiheit"
Teil 3 - Coachfox: "Kein einziger Tag ist Routine"
Teil 4 - Amlogy: "Wollte immer ein Superheld sein"