Start-ups
18.08.2014

Wiener Start-up Flatout sichert sich eine Million Dollar

Das auf Heimvernetzung spezialisierte Jungunternehmen steht mit seiner Cloud-Lösung kurz vor dem Start. Strategisch hat man sich für ein B2B-Modell entschieden.

Im Vorjahr konnte sich das Wiener Start-up Flatout einen Sonderpreis bei der gemeinsamen Aktion “Austria’s Next Top Start-up” von futurezone und A1 sichern und zog bei A1 in ein Büro ein. Mittlerweile ist es Flatout gelungen, insgesamt eine Million Dollar aufzustellen. Zuletzt schloss man eine Finanzierungsrunde mit 800.000 Dollar ab. Das Start-up will eigenen Angaben zufolge den Bereich der Smart Homes in Sachen Preis, Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität revolutionieren. Hatte man sich anfangs noch auf Endkunden konzentriert, wurde das Konzept mittlerweile über den Haufen geworfen: “Wir haben uns dazu entschieden, uns auf den B2B-Bereich zu fokussieren”, sagt Kurt Reimann, zuständig für Marketing und PR bei Flatout, im Gespräch mit der futurezone.

Flatout setzt nun auf Webttechnologien und will mit der sogenannten FlatCloud Firmen eine White-Label-Lösung zur Verfügung stellen. “Man kann sich das wie ein Betriebssystem für Smart Homes vorstellen, eine offene Plattform wie Googles Android”, sagt Reimann. Die FlatCloud soll es möglich machen, das vernetzte Zuhause komfortabel und energieeffizient, aber ebenso sicher zu gestalten.

“Die Anwendungsszenarien im Smart Home sind vielfältig. Wir machen sie nun einer noch breiteren Kundenschicht zugänglich”, so Daniel Marischka, CEO und Mitbegründer des Unternehmens. Konkret soll das Flatout-Produkt etwa zum Regulieren der Temperatur, dem Dimmen von Beleuchtung oder der Benachrichtigung bei außerordentlichen Ereignissen zuhause - zum Beispiel bei einem Wasserrohrbruch - einsetzbar sein. In punkto Sicherheit seien Szenarien wie das Abschrecken von Einbrechern im Zusammenspiel von Sensoren, Sirenen oder Licht denkbar.

Telcos als Partner

“Wir wollen mit Telcos zusammenarbeiten”, sagt Reimann. Dabei will sich Flatout keinesfalls auf den österreichischen Markt beschränken, schon jetzt habe man die Fühler international ausgestreckt. Großes Ziel ist es, im nächsten Jahr dann mit mehreren Partnern zu starten. “Österreich ist ein guter Testmarkt, aber wir wollen uns keinesfalls nur hier etablieren.” Dafür sei der Markt auch zu klein.

Gerüstet ist das mittlerweile 14-köpfige Team jedenfalls: “Wir sprechen insgesamt sechs verschiedene Sprachen”, sagt Reimann. Auch Kontakte ins Silicon Valley hat Flatout bereits geknüpft. Im Herbst wird das Start-up am Telecom Council-Summit in Mountain View teilnehmen. “Hier kommen sämtliche wichtigen Telekommunikationsunternehmen zusammen, vor denen wir unser Projekt pitchen können”, so Reimann. Vor der großen internationalen Konkurrenz fürchtet sich das Start-up nicht. “Hier wird sich in den kommenden Jahren noch so viel tun, da gibt es noch extrem viel Platz und Potenzial”, ist der Marketingverantwortliche überzeugt.

Entwicklerplattform

Das Smart-Home-Betriebssystem wird den Partnerfirmen “als Service” zur Verfügung gestellt. So sollen diese laut Flatout nur bezahlen, was sie an Leistungen auch benötigen. Hosting, Updates, Service sowie Support werden von Flatout betreut.

Parallel hat das Start-up eine Entwicklerplattform geschaffen, die so gut wie fertig ist und in den kommenden ein bis zwei Monaten offiziell an den Start gehen soll. “Hier können Developer nach Lust und Laune Apps programmieren”, erklärt Reimann. Man wolle zunächst insbesondere auf Studenten beispielsweise der TU Wien zugehen und dazu animieren, die Plattform auszuprobieren.

Die aktuelle Finanzierungsrunde sei der erste Teil einer größeren Seed-Runde, der zweite Teil soll im Herbst abgeschlossen werden. Im Rahmen der Seedfinancing-Förderung für Hochtechnologie wurde Flatout von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und zwei weiteren Investoren unterstützt.