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Smartphone-Test Samsung Galaxy Note 4 im Test: Schöner, schneller, besser.

Samsung Galaxy Note 4 im Test
Samsung Galaxy Note 4 im Test - Foto: Gregor Gruber
Tolles Design, QHD-Display und viel Leistung: Das Note 4 bietet alles, was man von einem aktuellen Spitzenmodell erwartet und wirft noch einen Stylus mit ins Paket.

Nach dem Galaxy Alpha ist das Galaxy Note 4 das zweite Samsung-Smartphone mit Metallrahmen. Im Gegensatz zum Alpha kommen beim Note 4 Komponenten zum Einsatz, die eines Spitzenmodells würdig sind. Dementsprechend ist es mit einem UVP von 769 Euro kein Schnäppchen. Die futurezone hat das Smartphone getestet.

Design

Samsung ist sich der Größe des Note 4, bedingt durch die Displaydiagonale von 5,7 Zoll, bewusst. Anstatt zu versuchen die Größe zu kaschieren, wird sie elegant verpackt. Wie beim Alpha sind die Ecken des Metallrahmens breiter als die Ränder. Beim Note 4 ist dieses Designelement aber subtiler – auch weil der Aluminiumrahmen nicht durchgehend poliert, sondern an den Seiten dunkelgrau ist.

Das elegante Dunkelgrau setzt sich an der Front fort. Die Front unter dem Display-Glas ist Grau-Schwarz-gestrichelt. Das subtile Muster verleiht dem Smartphone einen interessanten Look, ohne, dass es sofort ins Auge sticht.

Die Rückseite ist, wie beim Vorgängermodell Note 3, im Leder-Look gehalten. Auf die angedeuteten Nähte wird verzichtet, wodurch der Leder-Look dezenter ist. Dennoch hätte Samsung ruhig auf das Leder-Design verzichten können und eines wählen, das besser zum Metallrahmen und/oder zu dem Muster an der Front passt.

Nicht gut gelöst ist der Übergang der abnehmbaren Rückseite zum Rahmen. Hier ist ein deutlicher Spalt zu sehen. An manchen Stellen wirkt dies so, als wäre die Abdeckung nicht richtig im Gerät eingerastet.

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Foto: Gregor Gruber

Handhabung

Mit 8,5 mm ist das Note 4 dicker als die meisten anderen, aktuellen Spitzenmodelle. Auch das Gewicht ist mit 176 Gramm relativ hoch. Dennoch liegt das Note 4 gut in der Hand – wenn man Rechtshänder ist.

Die Höhe der Lautstärken-Tasten an der linken Seite und der Standby-Taste an der rechten Seite sind so, dass sie mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand gut erreicht werden können. Hält man das Note 4 in der rechten Hand, ist das Erreichen der Lautstärken-Tasten mit dem Zeigefinger nicht bequem möglich. Der Hintergrund dieser Ergonomie-Entscheidung: Die Mehrheit der Menschen schreiben mit der rechten Hand und werden deshalb den Stylus des Note mit der rechten Hand nutzen, weshalb das Smartphone in der linken Hand liegen muss.

Aufgrund der Größe des Note 4 ist die einhändige Bedienung nur schwer möglich. Man muss umgreifen, um mit dem Daumen alle Bereiche des Touchscreens erreichen zu können. Dabei kommt es öfters vor, dass beim Strecken des Daumens über das Display ein Teil des Handballens den Touchscreen berührt und so ungewollte Eingaben passieren.

Zur leichteren, einhändigen Bedienung, ist eine Seitenleiste einschaltbar. Diese hat virtuelle Tasten, die die Funktionen der Home- und Softtouch-Tasten haben. Dadurch muss man nicht mehr umgreifen, wenn man mit dem Daumen die Hardware-Tasten drücken will. In die Seitenleiste kann auch der Shortcut für „Bildschirm verkleinern“ gelegt werden. Hier schrumpft der ganze Display-Inhalt und wird zur Seite geschoben, was ebenfalls die einhändige Bedienung erleichtert. Auch die Tastatur kann verkleinert und zur linken oder rechten Seite geschoben werden, um einhändig besser tippen zu können.

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Foto: Gregor Gruber

Display

Samsung bezeichnet das Display als 2.5D. Gemeint ist damit eine leicht Wölbung an den Rändern des Glases. Ein plastischer Effekt bei der Darstellung fällt im Alltagsgebrauch dadurch nicht auf. Dennoch hat die Wölbung einen positiven Effekt. Durch die Krümmung wird einstrahlendes Licht den Rändern entlang stärker reflektiert, was dem Smartphone einen Art Heiligenschein verpasst.

Abgesehen von diesem optischen Aufputz kann auch das eigentliche Display überzeugen. Die QHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln erfüllt ihren Zweck – die Schriften sind so scharf wie sie sein sollten, hochauflösende Fotos werden detailreich dargestellt.

Das Display hat einen leichten Grünstich, der aber erst im Vergleich mit anderen Geräten auffällt. Die Farben sind AMOLED-typisch kräftig, aber weniger übersteuert als bei früheren Samsung-Geräten mit Super-AMOLED-Display. Die maximale Helligkeit und Lesbarkeit im Sonnenlicht ist sehr gut.

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Foto: Gregor Gruber

Verbesserte Sensoren

Wie schon das S5 und Alpha hat auch das Note 4 einen Fingerabdruck-Sensor im Home-Button. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Modellen funktioniert dieser etwas besser. Bei der zweihändigen Bedienung klappt das Entsperren per Fingerabdruck in acht von zehn Fällen, wenn der Finger fest genug über den Home-Button gezogen wird. Das einhändige Entsperren funktioniert immerhin in sechs von zehn Fällen, wobei das Halten des Smartphones dabei eine wackelige Angelegenheit ist.

Der Pulsmesser an der Rückseite hat ebenfalls ein Upgrade bekommen. Er misst jetzt auch die Sauerstoffsättigung im Blut und die Sonnenstrahlung. Dazu hält man den Sensor in Richtung Sonne und bekommt nach wenigen Sekunden eine UV-Kategorie geliefert, inklusive Tipps. Die Tipps sind wenig überraschend: „Tragen Sie an schönen Tagen eine Sonnenbrille“ oder „Wenn Sie zu Sonnenbrand neigen, tragen Sie schützende Kleidung und verwenden Sie ein Sonnenschutzmittel mit Schutzfaktor 30+“. Diese Tipps werden bei der UV-Kategorie „Niedrig“ angezeigt. Eine empfohlene Maximalzeit für Sonnenaufenthalte fehlt.

Ebenfalls neu bei S Health ist „Coach by Cigna“. Nachdem man seine Daten eingegeben hat, bekommt man Tipps zur Steigerung der Lebensqualität und Gesundheit. Hier findet man aber keine Anleitungen für Fitness-Übungen, sondern wählt vordefinierte „Missionen“, wie „4 kg abnehmen“, „das Haustier kuscheln“, ein „kurzes Online-Spiel spielen“ oder „handwerklich tätig sein“.

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Foto: Gregor Gruber

S Pen

Die Größe des S Pen ist ausreichend, für ein komfortables Schreiben müsste er aber dicker sein. Die Taste am S Pen ist zu flach und zu weit oben positioniert, um sie bequem erreichen zu können. Der S Pen ist drucksensitiv. Im Gegensatz zum Stylus des Note 3 hat er 2.000 Stufen statt 1.000 und ist somit, zumindest auf dem Papier, doppelt so empfindlich. In der Praxis merkt man als normaler Nutzer, der gelegentlich Kritzeleien ohne künstlerischen Anspruch macht, nicht viel von der gesteigerten Präzision.

Einer der neuen Funktionen des S Pen ist das Markieren von Textpassagen. Dazu wird einfach die Taste des Stylus gedrückt gehalten. Diese Funktion ist durchaus sinnvoll. Auch das Markieren mehrerer Fotos und Videos ist so möglich.

Weitere S-Pen-Funktionen sind Action Memo (digitales Post-it), intelligente Auswahl (versucht aus Bildausschnitten Text und Bilder zu extrahieren), Bildausschnitt und Screenshot-Notiz. Die Hover-Funktion, bei der eine Vorschau angezeigt wird, wenn man den Stylus knapp über dem Display hält, wurde erweitert. Bei unterstützten Inhalten, wie etwa Fotos, erscheinen beim Vorschau-Thumbnail Schnellwahl-Icons, um das Bild direkt zu versenden, zu bearbeiten oder zu löschen.

Software

Samsung hat versucht die überfrachtete TouchWiz-Oberfläche, wie sie beim Galaxy S5 zum Einsatz gekommen ist, aufzuräumen. Das Flipboard Briefing des Note 4 ist eine simplere Version der „Magazinansicht“ und kann in den Startbildschirm-Einstellungen deaktiviert werden. Die Schnelleinstellungen können vom User festgelegt werden und das Einstellungsmenü ist eine übersichtlichere Liste, anstatt ein Raster mit 4 x 3 Icons.

Die kaum genutzten Funktionen Smart Pause und Smart Scroll sind verschwunden, ebenso wie der Lesemodus. Auch die Einstellungen in der Kamera-App wurden ausgemistet. Es gibt zwar immer noch viele Funktionen, wovon einige ebenfalls ausgemistet gehören, doch die weniger überfrachtete Software macht das Note 4 zugänglicher als das S5.

Ein weiteres Beispiel für die Verbesserungen ist der Multi-Window-Modus. Dieser ist jetzt fast schon intuitiv. Bei unterstützten Apps reicht ein Wischen vom linken oder rechten oberen Rand, um das Fenster zu verkleinern. Jetzt kann es frei am Display positioniert und skaliert werden. Auch ein Minimieren ist möglich. Dabei wird das Fenster als rundes Icon angezeigt, das ebenfalls frei am Display positioniert werden kann.

Aus der Übersicht der geöffneten Apps kann eine App im Fenstermodus geöffnet werden, indem man kurz den Finger darauf gedrückt lässt. Das umständliche Drag-and-Drop-Feature des Note 3 ist beim Note 4 nun echtes Drag-and-Drop. Man zieht einfach ein Foto aus der Galerie in das Fenster mit dem geöffneten E-Mail und es wird angehängt.

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Foto: Gregor Gruber

Leistung

Der Quad-Core-Prozessor mit 2,7 GHz und drei GB RAM sorgen dafür, dass das Note 4 auch bei vier simultan geöffneten Fenstern, wovon eine die Kamera ist, immer noch flott reagiert. Drag-and-Drop funktioniert ebenfalls flüssig. Beim Öffnen des Menüs der zuletzt genutzten Apps ist eine Verzögerung bemerkbar, ebenso beim Öffnen einer App aus diesem Menü.

Die Benchmarks liefern folgende Ergebnisse:
3D Mark Ice Storm Unlimited: 20051
AnTuTu X: 47062
Quadrant Standard: 11442
Vellamo Browser: 3542
Vellamo Metal: 1835

Der wechselbare Akku hat 3.220 mAh. Bei moderater Nutzung hält dieser für eineinhalb bis zwei Tage. Nutzt man das Note 4 zusätzlich für Notizen mit dem S Pen und macht abends beim Fortgehen noch ein paar Schnappschüsse, sollte das Smartphone danach über Nacht aufgeladen werden, um am Morgen wieder einsatzbereit zu sein.

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Foto: Gregor Gruber

Kamera

Die Kamera hat 16 Megapixel, Videoaufnahmen sind in der UHD-Auflösung möglich, Zeitlupen-Aufnahmen in HD-Qualität werden ebenfalls unterstützt. Die Fotos haben eine realistischere Farbdarstellung als beim Galaxy S5. Detailzeichnung und Schärfe sind gut. Der Autofokus ist angenehm schnell.

Der HDR-Modus macht einen guten Job, was das Hervorheben von dunklen Stellen betrifft. In der 100-Prozent-Ansicht sieht man aber unschöne Kanten und Unschärfen, weshalb HDR nicht als Always-On-Modus zu empfehlen ist, falls man vorhat die Fotos in hoher Auflösung zu nutzen.

Die Kamera hat einen optischen Bildstabilisator, was sich vor allem bei Aufnahmen bei wenig Licht positiv bemerkbar macht. Durch die Bildstabilisierung ist ein geringerer ISO-Wert nötig, wodurch Nachtaufnahmen weniger starkes Bildrauschen als beim S5 aufweisen.

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Foto: Gregor Gruber

Fazit

Das Note 4 ist ein Fall von „Warum nicht gleich so?“ Das gilt für das gelungene Design mit dem Metallrahmen, den intuitiv nutzbaren Multi-Windows-Modus, das aufgeräumte TouchWiz, den Bildstabilisator in der Kamera und die Markierfunktion des S Pen. Auch, dass der Fingerabdruck-Scanner verbessert wurde ist positiv. Wirklich zufriedenstellend wäre dieser aber erst, wenn er wie beim iPhone in zehn von zehn Fällen so funktioniert, wie er es tun sollte.

Das Note 4 ist nicht perfekt, doch das Aufzählen der Kritikpunkte ist Jammern auf hohem Niveau: Es ist nicht wasserdicht, hat einen hohen Preis, könnte leichter sein und TouchWiz hätte ruhig noch etwas mehr ausgemistet werden können.

Technische Daten

Modell:
Samsung Galaxy Note 4 SM-N910F
Betriebssystem:
Android KitKat 4.4.4, TouchWiz UI
Maße und Gewicht:
153,5 x 78,6 x 8,5 mm, 176 Gramm
Chipsatz, CPU:
Qualcomm Snapdragon 805 Quad-Core-CPU, 2,7 GHz
RAM:
3 GB
Bildschirm:
5,7 Zoll Super AMOLED, 2.560 x 1.440 Pixel
Speicher:
32 GB (per microSD um bis zu 64 GB erweiterbar)
Kamera:
16 Megapixel Haupt, 3,7 Megapixel Front
Akku:
3.220 mAh
Sonstiges:
802.11 a/b/g/n/ac HT80, MIMO, Bluetooth 4.0, Micro-USB 2.0, A-GPS, GLONASS, NFC, Infrarot
Preis:
769 Euro (UVP)

Produktwebseite des Herstellers

Frage des Tages

  • Welche Displayauflösung braucht man bei einem Smartphone?


(futurezone) Erstellt am 11.11.2014, 06:00

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