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Tablet Samsung Tab S im Test: Display-König im Plastik-Gewand.

Samsungs Galaxy Tab S bietet ein ausgezeichnetes AMOLED-Display, geringes Gewicht und gute Akkulaufzeit
Samsungs Galaxy Tab S bietet ein ausgezeichnetes AMOLED-Display, geringes Gewicht und gute Akkulaufzeit - Foto: Gregor Gruber
Mit dem Tab S drängt Samsung zurück auf den Tablet-Premium-Markt. Das herausragende Merkmal ist das hervorragende AMOLED-Display mit der Auflösung 2.560 x 1.600 Pixel.

Samsungs Tablet-Strategie hat in diesem Jahr bereits drei neue Serien hervorgebracht. Im Jänner wurden die Pro-Tablets mit LC-Displays mit der Auflösung 2.560 x 1.600 Pixel in den Größen 8,4, 10,1 und 12,2 Zoll vorgestellt. Im April folgte die Tab-4-Reihe (7, 8 und 10,1 Zoll, 1.280 × 800 Pixel), deren Ausstattung der Mittelklasse entspricht. Im Juni wurde schließlich die Tab S-Reihe vorgestellt (8,4 und 10,5 Zoll, 2.560 x 1.600 Pixel AMOLED-Display), die im Premium-Segment gegen das LG G Pad, Sonys Tablet Z2 und Apples aktuelle iPad-Reihe antritt. Die futurezone hat das 8,4-Zoll-Modell getestet.

Vergrößertes S5

Das Design des Tab S orientiert sich stark an dem des Samsung-Smartphones Galaxy S5. Das Layout der Softtouch-Tasten und des physischen Home-Buttons ist vom S5 bekannt, ebenso wie die Metallic-glänzende Umrandung des Geräts. Beim Tab S ist diese Gold/Bronze-farben, sowohl bei der Farbvariante „Dazzling White“ als auch „Titanium Bronze“ (Braun). In der braunen Version wirkt der Bronze-farbene Rand einigermaßen passend. Bei der weißen Variante ist er weniger harmonisch und es wirkt als wollte Samsung mit Zwang die Farbe Bronze am Gerät unterbringen. Der Rand ist höher als beim S5 und bei Tablets der Konkurrenz, wodurch er über das Display-Glas hinausragt. Das Tab S sieht so weniger elegant aus und fühlt sich weniger hochwertig an.

Die Rückseite hat die gepunktete Struktur, die ebenfalls vom S5 bekannt ist. Die Punkte sind weiter auseinander, wodurch sich das Tab S anders anfühlt. Während das S5 ein samtiges Gefühl simuliert, greift sich das Tab S weniger hochwertig an. Die Hände werden zudem auf dem Material schnell schwitzig.

Die Struktur verhindert, dass das Tablet allzu leicht aus der Hand rutscht – solange man es mit zwei Händen hält. Für das Halten in einer Hand, besonders im Querformat, ist die Rückseite zu gleitfreudig. Durch die extrem schlanke Linie von 6,6 mm und das geringe Gewicht von 294 Gramm lässt sich das Tab S auch längere Zeit angenehm halten. Zum Vergleich: Das LG G Pad 8.3 ist 337 Gramm schwer und 8,3 mm dick, das iPad mini Retina 331 Gramm schwer und 7,5 mm dick.

Keine Randerkennung

Beim Halten im Querformat muss man aufpassen, dass der Daumen nicht unabsichtlich die Zurück-Taste berührt. Die Softtouch-Taste reagiert nämlich sehr präzise, was in den meisten Fällen gut ist aber im Querformat zum ungewollten Verlassen der App führen kann.

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Foto: Gregor Gruber
Besonders im Hochformat kann es passieren, dass Teile des Daumens oder Hand am Display aufliegen. Leider hat das Tab S keine Greiferkennung, wie das iPad Air und iPad mini, das die Berührung als ungewollt erkennt und ignoriert.

Die schlanke Linie des Tab S macht es zum angenehmen Begleiter in Rucksack und Tasche. Auch in Gesäßtaschen von Jeans und Sakkotaschen lässt es sich gut unterbringen. Für den geschützten Transport ist optional ein „Book Cover“, das gleichzeitig als Ständer mit drei Winkeln fungiert, und das „Simple Cover“ erhältlich. Diese werden über zwei nachgebende Punkte an der Rückseite des Tab S mit dem Tablet verankert. Für den Test konnte Samsung leider keines der beiden Covers zur Verfügung stellen.

Display

Seit dem Anfang 2012 erschienen Galaxy Tab 7.7 hat Samsung kein Tablet mehr mit AMOLED-Display auf den Markt gebracht. Die zwei Jahre dazwischen hat das koreanische Unternehmen aber gut genutzt. Das hochauflösende Display ist das Prunkstück des Tab S. Die Darstellung ist beeindruckend, besonders bei hochauflösenden Fotos und FullHD-Videos. Auch das Betrachten von Websites, Schmökern in E-Books und Lesen von Comics (wenn sie in ausreichend hoher Qualität zur Verfügung stehen) ist durch die hohe Auflösung angenehm.

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Foto: Gregor Gruber
Samsung hat sogar die AMOLED-typische Übersättigung teilweise in den Griff bekommen. Ist die Option „Anpassungsfähige Anzeige“ aktiviert, wird je nach Anwendung und Umgebungslicht die Darstellung angepasst. Fotos haben natürlichere Farben als bei anderen AMOLED-Geräten und sehen gleichzeitig lebendiger und kräftiger als beim iPad mini Retina aus. Befindet man sich in einem Raum mit färbigen Kunstlicht, passt sich das Display an und steuert mit einem absichtlichen Farbstich gegen. Das funktioniert natürlich auch mit den verschiedenen Farbtemperaturen von Tageslicht im Freien, am stärksten ist der Effekt aber eben mit färbigen Kunstlicht bemerkbar.

Während die Anpassung der Farbe an das Umgebungslicht bei jeder App funktioniert, wird zwischen den drei Modi „AMOLED-Kino“, „AMOLED-Foto“ und „Einfach“ nur in bestimmten Apps automatisch gewechselt. Das gute Profil für die Fotobetrachtung wird etwa in der Galerie-App automatisch aktiv, aber nicht wenn man sich Fotos in der Vollbild-Ansicht im Browser ansieht oder eine alternative Galerie-App nutzt. Das Profil AMOLED-Kino wird nur in der „Video“-App automatisch aktiv. Das Profil sorgt allerdings für zu übersättigte Farben, weshalb Gesichter von Darstellern unnatürliche Farben annehmen.

Die maximale Helligkeit des Displays des Tab S ist sehr gut und höher als die des iPad mini Retina. Damit ist es sogar für den Einsatz unter der Mittagssonne geeignet. Gleichzeitig kann das Display stärker gedimmt werden als etwa beim iPad mini Retina, damit man sich in finsterer Umgebung nicht selbst blendet.

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Foto: Gregor Gruber

Software

Wie das S5 nutzt auch das Tab S die neueste Version von Samsungs Oberfläche TouchWiz, die über Android 4.4.2 gelegt ist. Daraus ergeben sich die selben Vor- und Nachteile: Viele Einstellmöglichkeiten aber wenig Übersicht für User, die noch keine Erfahrung mit aktuellen Samsung-Geräten gemacht haben.

Durchaus Sinn auf dem Tablet macht die Dual-Window-Funktion. Wischt man vom rechten Rand nach innen, öffnet sich eine Leiste mit kompatiblen Apps. Man zieht einfach zwei Icons aus der Leiste nach links, um beide Apps gleichzeitig darstellen zu können. Durch das hochauflösende Display lässt sich diese Funktion auch mit dem 8,4-Zoll-Display sinnvoll nutzen.

Samsungs Magazinansicht, die schon von der Pro-Reihe und dem S5 bekannt ist, ist auch beim Tab S dabei. Im Gegensatz zum S5 kann sie aber nicht vollständig deaktiviert werden. Die Magazinsansicht ist ganz links vom Homescreen. Es können bis zu fünf Seiten konfiguriert und mit verschiedenen, Magazinansichts-Widgets, belegt werden. Im Grunde wird die Magazinsansicht so zu alternativen Homescreens mit etwas anders aussehenden Widgets.

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Sidesync 3.0 - Foto: Gregor Gruber

Handy fernsteuern

Mit Sidesync 3.0 ist eine App installiert mit der das Smartphone über das Tablet verwendet werden kann. Dazu wird am Galaxy S5, S4 oder Note 3 (andere Smartphones werden noch nicht unterstützt) die Sidesync 3.0-App installiert. Der Verbindungsaufbau erfolgt zügig und problemlos über WiFi Direct.

 

Am Tablet-Display wird das verbundene Smartphone abgebildet, das genauso wie am eigentlichen Smartphone gesteuert wird. Die Ansicht kann minimiert, gedreht und als Vollbild betrachtet werden. Durch die nötige Komprimierung sieht die Vollbildansicht grieselig aus. Will man etwa mit dem S5 gemachte Fotos am Tab S betrachten, sollte man diese lieber mit WiFi Direct auf das Tablet übertragen. Auch das Spielen von Apps die am Smartphone installiert sind, macht über Sidesync wenig Sinn. Erstens, weil man sie sowieso am Tab S installieren könnte und zweitens, weil neben der optischen Komprimierung auch noch eine Verzögerung bei der Eingabe bemerkbar ist.

Bleibt die Frage, wozu man Handy-Fernsteuerung überhaupt braucht. Samsung nennt als Szenario das Benutzen vom Smartphone, während man im Schlafzimmer ist, das S5 aber im Bad am Netzteil hängt. Sollte dies wirklich der Fall sein, kann man so über das Tab S auch SMS schreiben und telefonieren. Beim Tippen wird eine Extra-Tastatur eingeblendet, die nicht wesentlich größer als die des Smartphones im Querformat ist. Die große virtuelle Tastatur des Tab S kann nicht genutzt werden. Beim Telefonieren ist eine Verzögerung von gut einer Sekunde bemerkbar. Der Gesprächspartner hörte dem Tab S User im Test gut, umgekehrt kam es aber zu Aussetzern und Verständigungsschwierigkeiten.

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Der Fingerabdruck-Scanner ist in der Home-Taste integriert - Foto: Gregor Gruber

Fingerabdruck-Scanner

Wie das S5 hat auch das Tab S in der physischen Home-Taste einen Fingerabdruck-Scanner eingebaut. Und wie beim S5 funktioniert dieser nicht optimal. Selbst mit dem Trick, dass drei Mal der selbe Finger statt drei verschiedene eingescannt werden, verweigert das Tab S regelmäßig das Entsperren per Fingerabdruck. Selbst wenn es ein paar Mal auf Anhieb klappt und man glaubt die richtige Kombination aus Fingerwinkel, Wischgeschwindigkeit und Druckstärke zu haben, kann es das nächste Mal nicht mehr klappen.

Erschwerend kommt hinzu, dass einen Tab S nach fünf fehlgeschlagenen Versuchen zu einer Zwangspause von 30 Sekunden verdonnert. In diesen 30 Sekunden kann nicht mal der Alternativcode zum Entsperren des Tablets eingegeben werden.

Auf dem Tab S können mehrere User eingerichtet werden. Zwischen den Usern wird im Lockscreen gewechselt. Ein automatisches Anmelden des jeweiligen Users per Fingerabdruck ist nicht möglich. Auch der Kindermodus kann nicht durch das Scannen des Fingerabdrucks verlassen werden, sondern muss per PIN-Code beendet werden. Hier hat Samsung verabsäumt, den Fingerabdruck-Scanner in seine eigenen Apps zu integrieren.

Leistung

Der Exynos 5 Octa Prozessor und die 3 GB RAM sorgen für eine flüssige Bedienung des Tab S in fast allen Situationen. Lediglich im Multi Window Mode sind leichte Verzögerungen bemerkbar, etwa beim Scrollen im Browser. Von den 16 GB Speicher sind 11 GB nutzbar. Ein Micro-SD-Slot zur Erweiterung ist vorhanden. Einen Infrarot-Blaster für die Fernbedienungs-App gibt es ebenfalls. Im Gegensatz zum S5 und Samsungs Pro-Reihe ist nur ein Micro-USB-2.0-Anschluss statt ein 3.0-Anschluss vorhanden.

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Foto: Gregor Gruber
Die Benchmarks liefern folgende Ergebnisse:

  • 3D Mark Unlimited: 13622
  • AnTuTu X: 33704
  • Quadrant: 20918
  • Vellamo Browser: 2251
  • Vellamo Metal: 1371

 

Bei rechenintensiven Apps, wie 3D-Games, ist ein Temperaturanstieg an der Rückseite zu bemerken. Unangenehm heiß wird das Tab S aber nicht. Der Akku hält, je nach Nutzung, zwischen zehn und zwölf Stunden, was dem iPad mini Retina ebenbürtig ist. Der vom S5 bekannte Ultraenergiesparmodus ist ebenfalls an Bord, der das Display in einem Monochrom-Modus versetzt.

Die 8-Megapixel-Kamera erzeugt ausreichend gute Bilder in heller Umgebung, aber Aufnahmen mit starkem Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Stereo-Lautsprecher sind ausreichend laut. Man muss aber darauf achten, sie nicht mit den Händen abzudecken, wenn man das Tablet im Querformat hält. Die Tonqualität ist mittelmäßig, der Klang ist flach ohne ausgeprägte Höhen und Tiefen.

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Foto: Gregor Gruber

Fazit

Das Tab S punktet mit seinem ausgezeichneten Display, dem geringen Gewicht und der hohen Akkuleistung. Der Formfaktor kann ebenfalls überzeugen. Dem Gegenüber steht eine unnötig unübersichtliche Benutzeroberfläche und eine Haptik, die nicht den Qualitäten des Tab S gerecht wird. Störend ist auch das Fehlen einer Randerkennung, wie sie das iPad mini Retina bietet. Ansonsten ist das Tab S dem Apple-Tablet nicht nur ebenbürtig, sondern in einigen Punkten, wie dem Display, sogar überlegen. Extrapunkte hätte das Tab S noch verdient, wenn es wie Sonys Tablet Z2 wasserfest wäre.

Technische Daten

Modell:
Samsung GALAXY Tab S 8,4" Wi-Fi SM-T700
Betriebssystem:
Android 4.4.2
Maße und Gewicht:
125,6 x 212,8 x 6,6 mm, 294 Gramm
CPU:
Exynos 5420 Octa-Core, 1,9 GHz Quad + 1,3 GHz Quad
RAM:
3 GB
Bildschirm:
Super AMOLED 2.560 x 1.600 Pixel
Speicher:
16 GB (per Micro-SD um bis zu 128 GB erweiterbar)
Akku:
4.900 mAh
Sonstiges:
802.11a/b/g/n/ac + MIMO, Bluetooth 4.0, A-GPS, A-GLONASS, Micro-USB 2.0, MHL 2.1, Kopfhörerbuchse, Infrarot
Preis:
399 Euro (UVP)
499 Euro (UVP) mit 4G
Link:
Technische Daten auf der Website des Herstellers

(futurezone) Erstellt am 15.07.2014, 06:00

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