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21.11.2013

iPad Mini Retina im Test: Ein gelungenes Power-Up

Apple hat seinem kleinen iPad ein großes Upgrade mit besserem Display und stärkerem Prozessor spendiert. Die futurezone hat das neue iPad Mini Retina getestet.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Apple sein erstes iPad Mini offiziell vorgestellt und damit einmal mehr zahlreichen Gerüchte und Leaks bestätigt. Das Gerät war eine direkte Antwort an die Konkurrenz und speziell an Google und Amazon, die dem Konzern mit ihren günstigen Sieben-Zoll-Tablets zunehmend Marktanteile strittig machten.

Mit einem Preis ab 330 Euro war das iPad Mini das günstigste iPad am Markt, Kunden mussten dafür unter anderem eine vergleichsweise geringe Display-Auflösung von 1024 x 768 Pixel in Kauf nehmen. Mit einem 1 GHz Dual-Core-Prozessor und 512 MB Ram konnte auch das Innenleben nicht mit den aktuellen Android-Geräten Schritt halten. Mit dem neuen iPad Mini hat sich Apple genau dieser Schwächen angenommen. Ob die Frischzellenkur erfolgreich war, hat sich die futurezone genauer angesehen.

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

iPad Mini Retina

Das Äußere

Da das Design des ersten iPad Mini großteils auf positive Kritik gestoßen ist, hat Apple offenbar entschieden, hier nur das Notwendigste zu verändern. In ausgeschaltetem Zustand ist das neue iPad Mini Retina darum von der älteren Variante kaum zu unterscheiden. Bei sehr genauem Hinsehen fällt zwar auf, dass das Tablet eine Spur dicker (7,5 statt 7,2 Millimeter) und schwerer (WLAN-Version 331 statt 308 Gramm) als sein Vorgänger ist, auf die Handhabung wirkt sich das allerdings kaum aus.

Der Aluminium-Unibody wurde ansonsten nicht verändert, die Verarbeitung macht abermals einen gewohnt guten Eindruck. Auch die Vorderseite hat sich nicht verändert, der Rahmen neben dem Display ist wieder dünn ausgefallen, was insgesamt für eine ansprechende Optik sorgt. Getrübt wird dieser Eindruck lediglich von Fingerabdrücken, die sich auch auf dem neuen iPad sehr gerne festsetzen.

Die Tatsache, dass Apple in Sachen Design seinem ursprünglichen Konzept treu geblieben ist, hat für Kunden, die auf das neue Modell upgraden auch einen positiven Effekt: Ein Großteil des Zubehörs für das alte iPad Mini ist auch mit der neuen Version kompatibel.

Das Display

Die Verwechslungsgefahr zwischen dem alten und dem neuen iPad Mini verfliegt spätestens dann, wenn man das Display zum ersten Mal einschaltet. Apple hat dem neuen iPad ein Display mit 2048 x 1536 Pixel spendiert, was bei einer Diagonale von 7,9 Zoll zu einer Pixeldichte von 326 PPI führt. Im Vergleich zum ersten iPad Mini hat sich die Pixeldichte somit exakt verdoppelt, wodurch das neue iPad nun auch erstmals den Zusatz Retina tragen darf, Apples hauseigene Bezeichnung für hochauflösende Displays.

iPad Mini Retina Displayvergleich

iPad Mini Retina Displayvergleich

iPad Mini Retina Displayvergleich

iPad Mini Retina Displayvergleich

Das neue iPad Mini weist somit übrigens die gleiche Auflösung auf, wie auch der große Bruder iPad Air. Auf dem kleinen Display führt das sogar zu einer besseren Darstellung als bei den 9,7-Zoll Tablets. In der Praxis weiß das Display zu beeindrucken. Die Schärfe, sowie die Darstellung von Farben und Kontrasten lässt keinen Raum für Kritik zu. Das Betrachten von Fotos macht dabei genauso Freude, wie das Lesen eines Buches oder das Surfen im Web. Fotos werden angenehm natürlich präsentiert, während Schriften gestochen scharf angezeigt werden. Neben dem neuen iPad Mini Retina wirkt das Display des alten im direkten Vergleich fast schon wie das, eines Budget-Tablets.

Innenleben und Leistung

Im Inneren des neuen iPads werkelt der gleiche A7-Chip wie schon im iPhone 5S und dem iPad Air. Der einzige Unterschied zwischen den Geräten besteht in der Taktung der CPU. Während das iPhone 5s mit 1,3 GHz getaktet ist, sind es beim iPad Air 1,4 Ghz. Beim iPad Mini Retina hat Apple wieder einen Gang zurückgeschaltet, die CPU läuft wie beim 5s mit 1,3 GHz. In Benchmarks schneidet das iPad Mini Retina in etwa genauso ab, wie das iPhone 5s und minimal schlechter als das iPad Air. In der Praxis fällt dieser Unterschied allerdings nicht auf. Webseiten und Apps laufen allsamt flüssig ab, auch 3D-Spiele wie GT Racing machen dem neuen iPad Mini keinerlei Probleme.

Im Vergleich zum alten iPad Mini stellt der neuen Chip fast schon einen Quantensprung dar. Je nach Benchmark erreicht man mit dem neuen Modell fünfmal so gute Werte. Dieser Unterschied ist auch in der Praxis deutlich spürbar. Während das erste iPad Mini mit etwas aufwändigeren Webseiten gerne etwas langsam reagiert, bemerkt man beim neuen Mini keine Verzögerungen.

Das iPad Mini Retina wird mit Apples neuester iOS-Version 7 ausgeliefert. Anfängliche Kinderkrankheiten, wie etwa das einfache Umgehen des Lock-Screens, wurden mittlerweile kleinerer Software-Updates ausgehebelt, was das Betriebssystem insgesamt zu einem guten Begleiter im Alltag macht.

Kamera

Das iPad Mini Retina ist mit zwei Kameras ausgestattet. Die iSight-Hauptkamera ist neben dem Design wohl das einzige, was noch vom alten iPad Mini übrig geblieben ist. Apple meint offenbar (zurecht), dass Menschen mit iPads wenig fotografieren sollten und packt den gleichen Fünf-Megapixel-Sensor mit f/2.4-Linse wie schon beim Vorgänger in das Gehäuse. Die Aufnahmen damit werden zwar nicht katastrophal schlecht, laden aber gleichzeitig auch in keinster Weise dazu ein, die Kamera einem aktuellem Smartphone vorzuziehen.

Besseres gibt es über die Front-Kamera zu berichten. Rechtzeitig nachdem “Selfie” zum Oxford Dictionaries Word of the Year gewählt worden ist, liefert Apple eine Frontkamera, die trotz geringer 1,2-Megapixel-Auflösung in der Lage ist, auch unter schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse zu erzielen. In Verbindung mit dem neuen rauschunterdrückenden Mikrofon eignet sich das iPad Mini Retina auch gut für Videochats in maximal 720p.

Die Akkulaufzeit

Mit zehn Stunden wird die Akkulaufzeit des iPad Mini Retina genauso lang angegeben, wie die des iPad Air. Dieser Wert ist auch in der Praxis durchaus realistisch, bei mittelmäßiger bis starker Belastung kommt man bei durchgehend aktiviertem Display auf ziemlich exakt diesen Wert. Bei moderater Nutzung im Alltag dürfte es meistens darauf hinauslaufen, dass das iPad im Schnitt alle drei Tage an die Steckdose muss.

Trotz der wesentlich stärkeren Hardware kommt man mit dem neuen iPad Mini annähernd gleich lange aus, wie mit der älteren Version. Grund dafür dürfte wohl Apples stromsparender A7-Chip sein, der auch schon dem Air eine Betriebsdauer jenseits der zwölf Stunden ermöglicht.

Fazit: Das beste iPad?

Das iPad Mini ist mit dem aktuellen Upgrade erwachsen und nicht mehr nur ein günstiger Ableger, sondern ein ernsthafter Konkurrent für seinen großen Bruder geworden. Apple bekennt sich mit dem neuen Tablet erstmals voll zum 7,9-Zoll-Format und liefert in Sachen Verarbeitung, Leistung und Display das Beste ab, was der Konzern derzeit zu bieten hat.

Durch die etwas höhere Pixeldichte könnte man fast sagen, dass es sich beim neuen iPad Mini Retina um das bislang beste Modell von Apples Tablet-Serie handelt, das darüberhinaus noch günstiger als das größere iPad Air ist. So bekommt man unterm Strich die gleiche Leistung in einem kompakteren Format.

Das iPad Mini Retina ist in Spacegrau und Silber erhältlich. In der günstigsten Ausstattung mit 16GB und WLAN kostet das Tablet 389 Euro.

Konkurrenz

Stärkster Konkurrent für das neue iPad Mini ist Google beziehungsweise Asus mit seinen Nexus-7-Tablets. Um rund 100 Euro weniger bekommen Kunden ein etwas kleineres Gerät mit einem zumindest vergleichbaren Display.

Bedenken sollte man hier allerdings, dass das Display des Nexus mit seinen sieben Zoll im 16:9-Format ein gutes Stück kleiner ist, als das des iPad Mini. Lesen und Surfen ist mit dem Apple-Gerät aufgrund dessen wesentlich angenehmen möglich. Auch in Sachen Geschwindigkeit und Akkulaufzeit hat das iPad die Nase vorn. Dazu kommt die größere Auswahl an tablet-optimierten Apps, die für iOS zur Verfügung stehen.

Eine andere Alternative wäre Amazons Kindle Fire HDX, das sowohl etwas kleiner (sieben Zoll) als auch etwas größer als das iPad Mini angeboten wird. Auch diese Geräte können dem iPad in Sachen Display das Wasser reichen.

Das Testgerät für diesen Artikel wurde der futurezone leihweise vom Apple-Händler McShark zur Verfügung gestellt.

Die technischen Daten auf der Webseite des Herstellers.

iPad Mini vs iPad Air | Infographics