Science

Forscher finden neue Methode, um geheime Atomwaffentests aufzuspüren

Wissenschaftler*innen von der Australian National University haben eine neue Methode entwickelt, wie man geheime, illegale Atomwaffentests schneller und besser nachweisen kann. Für das Aufspüren solcher Tests sind statistische Analysen erforderlich, die seismische Daten auswerten. 

Die australischen Forscher*innen konnten diese Analysen nun mit einer speziellen Berechnungsart verbessern. Im Unterschied zu anderen Verfahren werden für das Erkennen der Tests keine Satelliten-Daten oder Spezialgeräte benötigt – gewöhnliche, seismische Daten reichen dafür aus, wie die Forscher in einer Aussendung beschreiben.

99 Prozent der Explosionen richtig erfasst

Ihre neue Methode testeten sie anhand von 1.150 seismischen Ereignissen, die es in den vergangenen Jahrzehnten in den USA gab. Darunter waren auch 140 Explosionen von konventionellen und atomaren Waffentests. Durch das neue Verfahren konnten die Wissenschaftler*innen 98 Prozent der Erdbeben und 99 Prozent der Explosionen richtig erkennen. Lediglich 2 Ereignisse wurden falsch analysiert. 

Aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen und der atomaren Aufrüstung sehen die Forscher*innen ihre neue Methode zur Analyse von seismischen Ereignissen, zu denen auch Atomwaffentests zählen, als wichtigen Beitrag. „Eine Einhaltung des Kernwaffentestverbots ist auch in Zukunft eher unwahrscheinlich, weil mehrere größere Staaten das Verbot nicht ratifizieren wollen“, erklärt Mark Hoggard, der Projektleiter. „Gute Überwachungsprogramme sind daher entscheidend, um die Regierungen zumindest für die sozialen und ökologischen Folgen der Kernwaffentests zur Verantwortung ziehen zu können.“

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Illegale Tests in Nordkorea

 „Unsere neue Methode hat alle 6 der zwischen 2006 und 2017 von Nordkorea durchgeführten Atomwaffentests korrekt identifiziert“, berichtet Hoggard. Sogar in Echtzeit sei die Auswertung möglich. Hoggart gibt allerdings auch zu, dass die Methode der Forscher*innen nicht perfekt ist. Allein durch die schiere Menge an Erdbeben ist es schwierig, jedes einzelne Ergebnis zu untersuchen. 

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