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09.01.2015

Fairsplit: User entwickeln Ausgaben-App mit Erste Bank

Eine App namens Fairsplit soll die Abrechnung von Ausgaben innerhalb einer Gruppe vereinfachen. Sie ist die erste App, die auf Basis einer Idee von Usern im s Lab entstand.

Mit dem s Lab sind Erste Bank und Sparkassen vor etwas mehr als einem Jahr angetreten, eine User-Community zum Banking der Zukunft aufzubauen. Viele Online-Diskussionen und einige Co-Creation-Workshops später liegt mit FairSplit die erste App vor, die direkt auf einer Idee von Usern aus dem s Lab beruht. Zwei "Lead User" haben die Entwicklung der App, mit der Ausgaben zwischen verschiedenen Leuten transparent aufgeschlüsselt und abgerechnet werden können, in der Betaphase aktiv begleitet.

FairSplit

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Ausgaben im Urlaub teilen

Das Problem ist altbekannt. Man geht mit Freunden gemeinsam auf Urlaub, jeder bezahlt irgendetwas und man verliert schnell den Überblick, wer wieviel für die Allgemeinheit ausgegeben hat und wem was schuldet. Mit FairSplit können Ausgabe-Posten erfasst werden, weiters erlaubt die App die Zuteilung, ob die Kosten für alle geteilt werden - etwa wenn Raucher für ihre Zigaretten allein aufkommen müssen. Andere Szenarien sind das gemeinschaftliche Geburtstagsgeschenk oder Ausgaben in einer Wohngemeinschaft. Am Ende wird übersichtlich aufgeschlüsselt, wer von wem Geld bekommt. Auch Kontodaten können relativ einfach geteilt werden - etwa über QR-Code.

Einer der User, der aktiv in die App-Entwicklung eingebunden war, ist Lovro Zekusic. Der 19-jährige Mediendesign-Student und Mitarbeiter beim Start-up indoo.rs wurde von seinem Bankbetreuer zu einem Co-Creation-Workshop des s Lab eingeladen. Dort arbeitete seine Gruppe die Idee der App aus. "Der Hintergrund war recht trivial. Nach dem letzten Kroatien-Urlaub mit drei Freunden standen wir genau vor dem Problem, dass nicht mehr ganz klar, wer wem welches Geld schuldet - die Fremdwährung hat das Ganze natürlich auch nicht vereinfacht", erklärt Zekusic im futurezone-Interview.

Vom Workshop zur App

Neben Fragen zum User Interface diskutierten die User im Workshop auch konkrete Szenarien und wie die App gestaltet sein muss, dass sie sowohl für Einmal-Sammelaktionen bzw. über einen längeren Zeitraum und mit multiplen Eingaben verwendet werden kann. Auch die "gerechte" Abrechnung von Ausgaben wurde abgehandelt. Die Umsetzung und Entwicklung der App passierte schließlich bei BeeOne, dem Software-Start-up von Erste Bank und Sparkassen.

"Als die Idee im Workshop von Usern aufgebracht wurde, standen wir selbst gerade kurz davor, einen Prototypen zu dem Thema zu entwickeln. Da die Funktionen noch nicht konkretisiert waren, hat die parallele Ideenausarbeitung durch die User perfekt gepasst", sagt BeeOne-Geschäftsführer Christian Berger. Aus Sicht der Bank sei es von Anfang an auch darum gegangen, dass die App nicht nur von Erste- und Sparkassen-Kunden genutzt werden kann, sondern für alle Interessierten frei verfügbar ist.

Nicht nur Erste-Kunden

"Eine App zum Abrechnen von Ausgaben, bei der alle Gruppenmitglieder bei einer einzigen Bank sein müssen, macht wenig Sinn. Zum anderen ist es für uns als Bank ein guter Anknüpfungspunkt, um mit Nicht-Kunden in Berührung zu kommen", sagt Berger. Um FairSplit nutzen zu können, ist eine einfache Registrierung mittels E-Mail-Adresse bzw. Social Login per Facebook oder Google+ notwendig. Damit soll auch gewährleistet werden, dass nicht jeder Einblick in die Abrechnung haben kann. Die Partizipation an einer Gruppe erfolgt mittels Einladung durch andere Gruppenteilnehmer. Neben der Version für iOS und Android gibt es auch ein Webinterface.

Dass eine App auf Basis von Userideen tatsächlich umgesetzt wird, vor allem aber Verbesserungsvorschläge Ernst genommen und eingearbeitet wurden, freut s Lab User Zekusic. "Man könnte natürlich argumentieren, dass ich die Idee selber umsetzen und vielleicht Geld damit verdienen hätte können. Andererseits sehe ich meinen Beitrag in diesem Fall eher als Hobby und finde es prinzipiell einmal super, dass man als 19-Jähriger überhaupt Ernst genommen wird. Mit verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten, die selber auch nicht aus dem Bankumfeld kommen, hat jedenfalls Spaß gemacht", sagt Zekusic.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit Erste Bank und Sparkassen.