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Apps
10/05/2015

Move to iOS: Apples Umzug-App im Test

Mit der Veröffentlichung von iOS 9 stellte Apple seine App „Move to iOS“ für Android online. Damit ermöglicht Apple den schnellen Umzug, muss sich aber Kritik gefallen lassen.

​Es ist also soweit. Mit der Anwendung „Move to iOS“ startet der Apfel-Konzern aus Cupertino seinen Mini-Feldzug beim Konkurrenten Google. Die „Umzugsapp“ von Apple verspricht wechselwilligen Nutzern des Google-Betriebssystems eine einfache und schnelle Übertragung aller wichtigen Inhalte von Android zum neuen iOS-Gerät.

​Die App

Um loslegen zu können benötigt man neben einem bereits betriebsbereiten iPhone oder iPad noch das „alte“ Android-Gerät mit der installierten „Move to iOS“ App, die sich im Playstore herunterladen lässt. Die nur knapp drei MB große Applikation ist nach erfolgreichem Download sofort einsatzbereit. Nachdem man die Nutzungsbedingungen von Apple akzeptiert hat, muss ein vom iOS-Gerät generierter Code eingeben werden.

Um diesen zu generieren, darf man sich auf dem neu aufgesetzten iOS-Zielgerät durch die Willkommens-Bildschirme arbeiten, bis die Backup-Optionen auftauchen, die unter der Überschrift „Apps & Daten“ angeführt werden. Neben den altbekannten Möglichkeiten einer Wiederherstellung von iTunes oder aus der iCloud und der Neu-Konfiguration gibt es hier neuerdings den Punkt „Daten von Android übertragen“.

Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

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Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

Move to iOS

​Sichere Direkt-Übertragung

Wählt man diese Option, gibt das iPhone einen zehnstelligen Code aus, der am Androiden eingetippt wird. Nach einem Klick auf „Fortfahren“ ist die Vorbereitung auch schon abgeschlossen. Um die Übertragung zu ermöglichen, erstellt das iOS Gerät vollautomatisch einen gesicherten WLAN-Hotspot, in den sich der Datenspender dann ebenfalls automatisch einloggt.

Zu guter Letzt können Nutzer dann noch auswählen, welche Daten sie genau übertragen wollen. Überstützt wird der Transfer von Kontakten, SMS-Verläufen, Browser-Lesezeichen, Mail-Accounts sowie Kalender und Fotos oder Videos. Hat man die Auswahl erledigt, wird die Übertragung gestartet. Je nach Menge der zu übertragenden Medieninhalte kann das Überspielen etwas länger dauern. Vor allem Anwender mit vielen Fotos auf der SD-Karte, deren Inhalte ebenfalls transferiert werden, müssen viel Geduld mitbringen.

Sind die Inhalte erstmal übertragen, kann Einrichtung des iOS-Gerät abgeschlossen werden und das iPhone bzw. iPad sind einsatzbereit.

​Stückwerk im Telefonbuch

Am Endergebnis gibt es nur wenig zu bemängeln. Fotos werden ordentlich einsortiert und auch Nachrichten-Verläufe sind sauber integriert worden. Hat man einen oder mehrere Mail-Accounts mitübertragen, sind diese nach einer einmaligen Eingabe der jeweiligen Passwörter fertig konfiguriert.

Lediglich beim Transfer von Kontakten muss man vorsichtig sein. Ist das eigene Telefonbuch nicht akribisch sortiert und beinhaltet es zum Beispiel auch einzelne Kontakte mit Skype-Usernames oder WhatsApp-Namen, führt das zu einem Haufen leerer Einträge auf dem iPhone. Das Telefonbuch muss dann im Nachhinein mühsam händisch bereinigt werden.

Fast perfekter Helfer

Zwar ist Apples erste App für Android lediglich ein kleiner Helfer, der den Umzug erleichtert. Trotzdem bietet sie genau die Möglichkeiten, nach der Wechselwillige oft verzweifelt suchen. So wird zum Beispiel die Frage „Wie bekomme ich meine Kontakte auf das neue Handy“, die sicherlich schon einige aus dem Bekanntenkreis gestellt bekamen, in Zukunft deutlich leichter zu beantworten sein.

​Der Community missfällt’s.

Der leichte Beigeschmack, den Apple mit seiner App erzeugt, stammt aus der eigenen Appstore-Politik. So ist es im hauseigenen Store des Apfel-Konzerns nicht erlaubt, auf konkurrierende Betriebssysteme zu verweisen. Eine ähnliche App von Google würde wohl hochkant aus dem Appstore fliegen, wenn sie es überhaupt durch die Kontrolle schafft.

Und auch die Android-Community lässt an der App kein gutes Haar. In den Bewertungen wird munter gegen Apple und deren Produkte geschimpft. So kommt die Anwendung lediglich auf eine Durchschnittsbewertung von 1,8 Sternen, wo knapp 2.500 Top-Wertungen rund 11.000 Ein-Stern-Bewertungen gegenüberstehen. Dass die negativen Beurteilungen dabei nur sehr selten auf die Funktionalität der App beziehen, ist fast selbstverständlich.