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Apps
12/26/2019

ORF-TVThek bietet Fußball in 4K bei der Euro 2020 an

ORF-Onlinechef Thomas Prantner über künftige 4K-Projekte der ORF-TVThek und den Start der Radiothek.

von Thomas Prenner

futurezone: Die TVThek feiert heuer zehnjähriges Bestehen. Wie hat sich der Stellenwert des Angebots seit dem Start verändert? Wie wichtig ist die TVThek heute?
Thomas Prantner: Die ORF-TVthek ist eine Erfolgsstory. Gegründet im November 2009 ist sie heute mit 1,7 Millionen Usern pro Monat die größte österreichische Videoplattform. Durch die rasanten Änderungen im Mediennutzungsverhalten in Richtung zeit- und ortsunabhängigem TV-Konsum ist sie zwar kein Ersatz, aber jedenfalls die wichtigste Ergänzung für das lineare TV-Angebot des ORF. In der Zielgruppe 14-29 Jahre entspricht die Tagesreichweite der ORF-TVthek bereits 13 % der Tagesreichweite des ORF-Fernsehens. Gerade die Ereignisse um Ibiza, Koalitionsende und Neuwahl haben gezeigt, dass die ORF-TVthek mittlerweile ein unverzichtbares Informationsmedium für die Österreicherinnen und Österreicher geworden ist. Die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind ein umfassender Live- und VOD-Content aus den ORF-Programmen, eine optimale technische Performance, die Präsenz auf allen wichtigen Plattformen, permanente Markenpflege und ein professionelles Team.

Im März gab es einen Relaunch, wie kommt das neue Design an? Merken Sie Auswirkungen auf die Nutzung?
Ja, sehr positive. Die ORF-TVthek zeigt sich seit dem Frühjahr in einem neuen Look & Feel. Wir haben die Seite komplett refresht und neue Zusatzfeatures, wie die Personalisierung von Wunschthemen in das Angebot integriert. Auch die Apps wurden modernisiert. Die ORF-TVthek wurde optisch, technisch, inhaltlich und in der Usability auf den neuesten Stand gebracht, was von den Nutzerinnen und Nutzern sehr gut aufgenommen wurde. So haben wir mit durchschnittlich 8,3 Millionen Visits pro Monat im Jahr 2019 die höchsten Werte seit Bestehen der ORF-TVthek.
 
Zuletzt ist die Nutzung auf Mobilgeräten naturgemäß stark gestiegen. Wie viele Nutzer kommen mittlerweile per App?
Die ORF-TVthek-App hat mit rund 2,77 Millionen die meisten Downloads aller insgesamt 25 ORF-Apps. Knapp die Hälfte aller 32 Millionen Bruttoviews des gesamten ORF-Bewegtbildangebotes werden über mobile Endgeräte (Web- und App-Nutzung) generiert. Jeder zweite registrierte Videostart erfolgt also nicht mehr über PC oder Laptop, sondern über Handy, Smartphone oder Tablet.

Im Rahmen der Fußball-WM 2018 gab es erste Tests hinsichtlich 4K. Wird es bei der Europameisterschaft im kommenden Jahr wieder etwas derartiges geben oder das 4K-Angebot sogar ausgeweitet?
Die Direktion für Technik, Online und neue Medien des ORF hat zur Fußball-WM 2018 erstmals ein UHD- bzw. 4K-Pilotprojekt gestartet – insgesamt konnten alle 56 im ORF-Fernsehen übertragenen Live-Spiele auf der ORF-TVthek (via Web bzw. via Apps über UHD-fähige Smart-TVs, Boxen und Sticks) in 4K-Qualität abgerufen werden. Auch bei der Euro 2020 planen wir ein ähnliches Service. Parallel dazu werden wir bereits im 1. Quartal 2020 Schritt für Schritt TV-Produktionen, wie „Universum“- Dokumentationen auf der ORF-TVthek in UHD anbieten.
 
Oft gefordert ist auch eine Download-Funktion. Gibt es irgendwelche Entwicklungen in diese Richtung?
Die Forderung ist berechtigt, aber derzeit ist es uns aus rechtlichen Gründen – sowohl was das ORF-Gesetz betrifft, als auch lizenzrechtlich – nicht möglich, dies anzubieten. Auch für andere Verbesserungen auf der ORF-TVthek, wie die Abschaffung der 7-Tage-Regel, Online Only- und Online First-Angebote, sind Änderungen im ORF-Gesetz notwendig. 
 
Wie ist der aktuelle Status der Streaming-Plattform und ORF-Tochter Flimmit? Welche Weiterentwicklungen sind geplant?
Nach der Genehmigung der KommAustria, „Flimmit“ in einen öffentlich-rechtlichen Abrufdienst umzuwandeln, werden wir die Plattform einem grundlegenden Relaunch unterziehen. Ziel ist, die besten österreichischen fiktionalen Produktionen und ORF-Archiv-Schätze leicht zugänglich zu machen und einen weiteren Entwicklungs-Schritt zum ORF-Player zu setzen.
 
Der ORF betreibt auch die Klassik-Plattform Fidelio. Wie wird diese angenommen?
Immer besser, dank einem Live- und On-Demand-Qualitätsangebot. Auf „Fidelio” sind hunderte Opern- und Konzertproduktionen, eine umfangreiche Klassithek, hochkarätige Live-Events, ein redaktionell gestalteter 24-Stunden-Tune-in-Kanal und ein Editorial-Bereich abrufbar. Der ORF und sein langjähriger Partner UNITEL setzen alles daran, diese digitale audiovisuelle Kultur-Streaming-Plattform mit derzeit mehr als 10.000 registrierten Nutzerinnen und Nutzern weiter auszubauen. Besonders wichtig für eine erfolgreiche Entwicklung von „Fidelio“ sind strategische Partnerschaften mit den heimischen Musikschulen und Unis, die dank Kooperationen mit den österreichischen Bundesländern und Unternehmen wie der Raiffeisen-Holding NÖ./Wien möglich gemacht werden.
 
Und zur Radiothek, einem weiteren Großprojekt: Wie ist der aktuelle Status dazu?
Inzwischen ist nach einem mehrjährigen mühsamen behördlichen Genehmigungsverfahren endlich weißer Rauch aufgestiegen und wir konnten die ORF-Radiothek Ende November launchen. Die neue Plattform stellt nun alle ORF-Hörfunkprogramme live und on Demand 7-Days-Catch-Up bereit, bietet erneuerte Podcasts, spannende Audio-Archive und weitere Funktionen und Services.    
 
Zum Abschluss vielleicht noch ein Blick in die Zukunft: Wie wird die TVthek in zehn Jahren aussehen? Was wird der wichtigste Kanal werden? Fernseher, Handy, Tablet oder etwas ganz anderes?
Zunächst werden wir in naher Zukunft die ORF-TVthek noch weiter ausbauen und 2020 alle 4 ORF-TV-Kanäle 24x7 als Livestream anbieten. Die ORF-TVthek wird ein zentrales, aber gleichzeitig eigenständiges Modul des neuen ORF-Players werden, der im Mittelpunkt der Digitalisierungsoffensive des ORF steht. Mittelfristig wird der ORF-Player der wichtigste Kanal im Medienangebot des ORF sein. Sämtliche ORF-Produkte - von Bewegtbild-Angeboten bis Audio, EPG  und Special-Channels - werden dort zu finden sein. Damit werden wir top-fit für den vorwiegend digitalen und mobilen Medienkonsum der kommenden 10 Jahre sein und dafür sorgen, dass der ORF als modernes öffentlich-rechtliches Multimedia-Unternehmen erfolgreich bleibt.

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und der ORF-TVthek.

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