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Messenger Telegram bekommt verschlüsselte Sprachtelefonie.

 
  - Foto: REUTERS/THOMAS WHITE
Der russische Messenger-Dienst bietet ab sofort auch Sprachanrufe an. Diese sollen über die gleiche Verschlüsselungstechnologie wie "Geheime Chats" ablaufen.

Der Messenger-Dienst Telegram bietet ab sofort auch Sprachtelefonie an. Damit schließt der russische Dienst, der vom VKontakte-Gründer Pavel Durov gegründet wurde, zu Konkurrenten wie WhatsApp, Viber und dem Facebook Messenger auf. Telegram will im Vergleich zur Konkurrenz vor allem mit Sicherheit und Sprachqualität punkten. So werden die Anrufe dank eines Algorithmus stets mit guter Sprachqualität ablaufen, auch bei geringer Bandbreite. Zudem werden die Telefonate, ähnlich wie die „Geheimen Chats“, Ende-zu-Ende-verschlüsselt und sollen so nicht abhörbar sein.

Schlüsselabgleich mit Emojis

Das Abgleichen des Schlüsselpaares soll mit Emojis vereinfacht werden. Statt einer komplizierten Zeichenfolge werden lediglich vier Emojis angezeigt, die bei beiden Gesprächspartnern gleich sein müssen. Nur so kann man sich sicher sein, dass man sich in der gleichen verschlüsselten Verbindung befindet.

Zur Verbindung wird, sofern möglich, auf eine Peer-to-Peer-Verbindung gesetzt. Sollte dies nicht möglich sein, greift Telegram auf den dem Anrufer nächsten Server zurück und kontaktiert von dort aus den gewünschten Teilnehmer direkt. Dabei greift man auf die gleichen Server zurück, die auch zur Übertragung der Nachrichten eingesetzt werden.

Um zu verhindern, dass man nicht von unerwünschten Personen kontaktiert wird, können auf Wunsch lediglich Personen anrufen, deren Telefonnummer man auch selbst in den eigenen Kontakten hat.

Kritik an Telegram-Verschlüsselung

Die Verschlüsselungstechnologie von Telegram wurde des Öfteren öffentlich kritisiert. Im Gegensatz zu Facebook und WhatsApp, die auf das von Open Whisper Systems entwickelte Signal-Protokoll setzen, verwendet Telegram eine selbst entwickelte Verschlüsselungstechnologie.

Zahlreiche Sicherheitsforscher haben das von Telegram entwickelte MTProto-Protokoll als unsicher und nicht für sensible Kommunikation geeignet befunden. So seien theoretisch auch Man-in-the-Middle-Attacken möglich, weswegen Telegram großen Wert auf den Schlüsselabgleich setzt – nur so könne man sich sicher sein, dass man direkt mit seinem Gegenüber kommuniziert.

(futurezone) Erstellt am 30.03.2017, 14:27

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