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08.07.2015

Toll Videomaut: Mit App am Maut-Stau vorbei

Über das Toll Videomaut System soll das Warten an der Mautstation ein Ende nehmen. Die Maut lässt sich per App und online bezahlen.

Autofahrer, die in Österreich beispielsweise die Phyrn-Autobahn oder die Arlberg Schnellstraße benutzen möchten, müssen üblicherweise am Streckenanfang eine PKW-Sondermaut entrichten. Bezahlt man diese direkt vor Ort, muss man sich häufig auf längere Wartezeiten vor der Mautstation einstellen. Das Unternehmen Liland IT möchte diese Wartezeit mit Hilfe eines eigenen Buchungsystem für Videomaut reduzieren.

Videomaut spart Wartezeit

Die „Toll Videomaut“ App von Liland IT bietet Reisenden die Möglichkeit, ihre Maut bereits vor Reiseantritt mobil zu bezahlen. In der App, die kostenlos für iPhone und Android verfügbar ist, sind alle Sondermautpflichtigen Strecken angeführt. Per Klick lassen sich dann die gewünschten Routen zum genannten Preis auswählen. Damit das eigene Fahrzeug auch an der Videomaut-Stelle erkannt wird, muss zum Schluss noch das Kennzeichen eingegeben werden. Als Zahlungsmittel stehen Visa, MasterCard und Paypal zur Verfügung. Erreicht man nun die Mautstelle auf der Autobahn, kann man den Videomaut-Streifen benutzen und das Kennzeichen wird per Kamera erkannt.

Zusätzlich zur eigenen App bietet Liland IT auch eine Plattform an, mit der beispielsweise Reisebüros das Mautbuchungssystem in ihren eigenen Webseiten und Apps integrieren können. Findet die Reise auf einer der sondermautpflichtigen Strecken statt, können die Gebühren direkt bei der Buchung aufgeschlagen und entrichtet sowie das Kennzeichen vermerkt werden.

Die App in Bildern

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Toll Videomaut App

Toll Videomaut App

Toll Videomaut App

Hemmungen noch vorhanden

Laut Michael Steindl, Geschäftsführer der Liland IT GmbH, löst momentan jeder zweite Nutzer, der die App installiert, auch ein Ticket. Das Thema Videomaut wird noch immer mit Skepsis betrachtet: "Ein Großteil der Nutzer die Feedback geben merken an, dass noch ein bisschen ein komisches Gefühl dabei ist, ob dann die Schranke auch aufgeht, wenn man den Videomaut-Steifen benutzt.”, erzählt Steindl, sagt aber auch: “Wenn es dem Nutzen stiftet und der Druck dann auch wegfällt erreichen wir gerade die positiven Emotionen, mit denen wir gerne spielen und arbeiten”

Traut man sich doch nicht den Videomaut-Steifen zu nutzen oder kann das Kennzeichen aufgrund starker Verschmutzungen nicht gelesen werden, ist innerhalb der App ein Kaufnachweis mit einer Asfinag-ID vorhanden, der auch zur Nutzung des “normalen” Maut-Streifen berechtigt und am Schalter vorgezeigt werden kann.

Anonymer Kauf möglich

Die Server von Liland IT stehen laut Steindl in Deutschland und Österreich, die Kommunikation findet ausschließlich verschlüsselt statt. Weitergeben werden die Daten nur an die vom Prozess betroffenen Unternehmen, in Österreich ist das die ASFINAG.

Verknüpfungen mit Personendaten finden nicht statt, der Kauf eines Tickets ist auch ohne Registrierung und Angabe von persönlichen Daten möglich. Beim Lösen eines Tickets muss somit lediglich das Kennzeichen übermittelt werden. Wird eine Rechnung benötigt, kann man sich mit der eigenen Mail-Adresse registrieren. Eine Langzeitspeicherung von Kennzeichen- bzw. Kundendaten finden nicht statt. Quasi mit der Durchfahrt werden die Daten auf den Servern von Liland IT gelöscht.

Nutzerverhalten ändert sich

Interessanterweise ändert sich das Kaufverhalten der Nutzer dahingehend, dass die Buchung des Tickets nicht lange im Voraus sondern oft während der Fahrt stattfindet.

Laut Steindl ist eine Internationalisierung des Angebots geplant, um grenzübergreifende Buchungen zu ermöglichen. Gerade wenn man auf seiner Reise mehrere Länder durchquert, wird das Bezahlen der Maut oft langwierig. “Das über Technologie zu vereinfachen ist unser oberstes Ziel”