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Apps
05/14/2019

USA zwingen chinesische Firma zum Verkauf der Schwulen-App Grindr

Die Dating-App Grindr, die an eine chinesische Firma verkauft wurde, muss nach Intervention der USA abgestoßen werden.

von Martin Stepanek

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Die unter Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender-Personen beliebte Dating-App Grindr darf nicht in chinesischer Hand bleiben. Die chinesische Firma Kunlun, welche die App nach einer seit 2016 bestehenden Mehrheitsbeteiligung im Jahr 2018 übernommen hatte, muss die App wieder verkaufen. Die eigentlich bereits abgeschlossene Übernahme wurde aufgrund von nationalen Sicherheitsbedenken der USA vom zuständigen Handelsausschuss nachträglich unterbunden.

Käufer bis 2020 gesucht

Konkret bedeutet das, dass Kunlun bis 2020 einen Käufer für die App finden muss. Ansonsten landet die App in einer von der US-Regierung verwalteten Treuhandgesellschaft, über die die Suche dann nach einem neuen Verkäufer abgewickelt wird. Bei dem Ausschuss handelt es sich um das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), das die Auswirkungen von ausländischen Investitionen oder Übernahmen auf potenzielle Risiken der nationalen Sicherheit untersucht.

Der eigentlich im US-Finanzministerium angesiedelte Ausschuss befürchtet, dass persönliche Daten von Grindr-Nutzern durch das chinesische Unternehmen in falsche Hände geraten könnten. In diesem Falle wäre das besonders brisant, weil manche Grindr-Nutzer auch ihren HIV-Status bekannt geben. Um die 30 Millionen Nutzer verwenden die App, darunter viele US-Amerikaner.

Datenweitergabe verboten

Teil der jetzt bekanntgewordenen Auflage ist, dass das chinesische Unternehmen schon jetzt unter keinen Umständen sensible Daten mit Firmen, die in China ihren Sitz haben, teilen darf. Das Unternehmen war auch in der Vergangenheit immer wieder für seinen Umgang mit Daten kritisiert worden. 2018 wurden etwa ohne Wissen der Nutzer hochsensible Daten wie den HIV-Status und die GPS-Daten von Usern mit Werbepartnern und externen Firmen geteilt. Die Grindr-Führung spielte den Vorfall damals herunter.