B2B 07.06.2018

5G: Mobilfunker fordern Entgegenkommen von der Politik

© Bild: REUTERS / YVES HERMAN

Österreichische Mobilfunker wollen zwei bis drei Milliarden Euro in die nächste Mobilfunkgeneration investieren. Der Rollout könnte 2019 starten.

Bis 2025, so sieht es ein Strategiepapier der Bundesregierung vor, soll Österreich über ein flächendeckendes 5G-Netz verfügen. Die nächste Mobilfunkgeneration sei die Basis für autonomes Fahren, die vernetzte Produktion in der Industrie 4.0 und das Internet der Dinge, sagte Marcus Grausam, Präsident des österreichischen Branchenverbandes Forum Mobilkommunikation (FMK). Damit das von der Regierung vorgegebene Ziel erreicht werden könne, fordert die Branche Entgegenkommen von der Politik.

Konkret wollen die Mobilfunker rasche Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Infrastruktur, kostengünstige Nutzung von öffentlichen Grund und die Möglichkeit, vor allem in strukturschwachen Gebieten Kooperationen eingehen zu können.

Zwei bis drei Milliarden Euro Investitionen

Insgesamt rechnet Grausam mit Investitionen von zwei bis drei Milliarden Euro. "Die Kosten hängen von den Rahmenbedingungen ab", meinte der A1-Geschäftsführer. Ein Fragezeichen sei die Frequenz-Versteigerung. Bei der Auktion, die voraussichtlich Ende des Jahres stattfinden werde, erwarte man Transparenz. "Den Betreibern dürften nicht die Mittel für den Ausbau und das Rollout entzogen werden." Eine Schmerzgrenze wollte Grausam nicht nennen. Nur so viel: "Jeder Euro, der zu viel in die Auktion fließt, wird beim Ausbau fehlen."

Zeitplan

Wie sieht der konkrete Zeitplan für die Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration in Österreich aus? Nach einer Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG), die im Herbst beschlossen werden soll, und der Versteigerung der Frequenzen Ende des Jahres könne Ende 2019, Anfang 2020 mit dem Rollout begonnen werden, sagte Grausam. Bis 2025 soll 5G dann flächendeckend verfügbar sein. Die Ausrüstung für 5G sei voraussichtlich sowohl auf Sender- als auch auf Geräteseite im nächsten Jahr verfügbar.

Der Mobilfunkbranchenverband erwartet sich durch die nächste Mobilfunkgeneration zusätzliche Betriebsansiedlungen durch die Aufwertung von infrastrukturell schwachen Regionen, eine Attraktivierung des ländlichen Raums und die Schaffung von 35.000 neuen Arbeitsplätzen bis 2030. "Wir stehen am Beginn von etwas Großem", sagte Grausam.

( futurezone ) Erstellt am 07.06.2018