FILE PHOTO: FILE PHOTO: A number of grounded Southwest Airlines Boeing 737 MAX 8 aircraft are shown parked at Victorville Airport in Victorville, California

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B2B
01/29/2020

737-Max-Desaster kostet Boeing 18 Milliarden Dollar

Erstmals seit 1997 schließt der US-Flugzeughersteller sein Geschäftsjahr mit einem dicken Minus ab.

Zwei Abstürze mit insgesamt 346 Toten, monatelange Flugverbote und Stornierungen von bestellten Flugzeugen. Das Desaster um die Boeing 737 Max ist den US-Flugzeughersteller 2019 teuer zu stehen gekommen. Zumindest 18 Milliarden Dollar schätzt Boeing die daraus entstandenen Kosten, wie der Konzern am Mittwoch bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen für das Vorjahr offiziell mitteilte.

Erstmals rote Zahlen seit 1997

Boing hat wegen der Krise um die 737 MAX im Jahr 2019 zudem den ersten Jahresverlust seit mehr als zwei Jahrzehnten erlitten. Das vergangene Geschäftsjahr wurde mit einem Minus von 636 Mio. Dollar abgeschlossen. Es ist das schlechteste Ergebnis seit 1997. Im Jahr davor hatte der Konzern noch 10,5 Mrd. Dollar verdient. Der Umsatz brach um 24 Prozent auf 76,6 Mrd. Dollar ein.

„Es ist uns klar, dass wir viel Arbeit zu erledigen haben“, sagte Boeings neuer Vorstandschef Dave Calhoun. Vorgänger Dennis Muilenburg war im Dezember nach starker Kritik an seinem Krisenmanagement und Spannungen mit der US-Flugaufsicht FAA gefeuert worden. Die 737 MAX wurde im März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten rund um den Globus mit Flugverboten belegt. Wann die Maschinen wieder abheben dürfen, ist unklar. Boeing ging zuletzt von „Mitte 2020“ aus, doch die Entscheidung liegt bei den Aufsichtsbehörden.

Eine Milliarde Dollar Verlust im 4. Quartal

Im vierten Quartal nahmen die Probleme rund um die 737 MAX noch weiter zu, wie der Geschäftsbericht nun zeigte. Unterm Strich fiel ein Verlust von 1,0 Mrd. Dollar an, im Vorjahr hatte es noch einen Gewinn von 3,4 Mrd. Dollar gegeben. Der Umsatz sank wegen der gestoppten Auslieferungen der 737 MAX um 37 Prozent auf 17,9 Mrd. Dollar. Damit fielen die Zahlen deutlich schlechter aus als von Analysten erwartet.