B2B
18.01.2014

A1 legt sich wegen Verträgen mit Apple an

Österreichs größter Mobilfunkanbieter kooperiert derzeit nicht mehr mit Apple, will aber weiterhin iPhones und iPads anbieten.

Aktuell gibt es zwischen A1 und Apple keinen Vertrag, wie die futurezone aus unabhängigen Quellen im Umfeld beider Unternehmen erfahren hat. Offiziell wollen sich die beiden Firmen derzeit nicht zu dem Thema äußern, wie telefonisch mitgeteilt wurde. A1 wird in Zukunft keine Geräte mehr von Apple beziehen, wenn es zu keiner neuen Vereinbarung kommt.

Grund dürften die strikten Auflagen sein, die Apple in die Vereinbarungen mit Providern schreiben lässt. So müssen die Mobilfunkanbieter sich angeblich zu Mindestabnahmemengen verpflichten, die auf jeden Fall bezahlt werden müssen, wenn sie mit Apple Geschäfte machen wollen. Auch Werbeaktivitäten und die Höhe von Provisionen für Mitarbeiter werden laut Berichten diktiert.

"Kontrollfreak Apple"

Vor einigen Monaten hat sich auch die EU-Kommission auf Betreiben französischer Provider mit diesen Verträgen beschäftigt (die futurezone berichtete). Genauere Informationen zum Inhalt der Vereinbarungen sind schwer zu bekommen, da Apple sehr strenge Verschwiegenheitsklauseln einbaut. “Die Auflagen sind streng, Apple ist ja eher als Kontrollfreak bekannt”, sagt ein mit der Materie vertrauter Experte gegenüber der futurezone. Zudem unterscheiden sich die Verträge auch von Provider zu Provider, A1 als größter österreichischer Anbieter hat demnach wohl auch die höchsten Auflagen zu erfüllen.

Bislang hat sich kein Mobilfunker getraut, aus den Knebelverträgen auszusteigen, da Apple-Produkte sehr beliebt sind. Das weiß auch A1. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass A1 auf iPhones verzichten will. Apple-Kunden sind für ihre Markentreue bekannt”, so ein Insider. Laut futurezone-Informationen sucht A1 derzeit Wege, um sich Apple-Geräte am freien Markt zu besorgen. Anscheinend ist der finanzielle Aufwand, sich entsperrte iPhones und iPads im Großhandel zu besorgen und sie anschließend an das A1-Netz zu binden, nicht viel höher als bei einem direkten Vertrag mit Apple. Andere österreichische Mobilfunker haben derzeit keine Pläne, es A1 gleichzutun, wie die futurezone auf Nachfrage erfahren hat.

Laut einem Experten ist es wahrscheinlich, dass es sich bei der Vertragskündigung nur um eine taktische Maßnahme von A1 handelt, die Teil der jährlich geführten Vertragsverhandlungen mit den Lieferanten ist. So kann die Position gegenüber Apple, das seine dominante Marktstellung ausnutzen und Bedingungen diktieren will, gestärkt werden. Dass ein neuer Vertrag unterschrieben wird, ist demnach nicht auszuschließen.