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Wien

Abtrünnige Taxiunternehmen legen sich mit Uber ins Bett

Wer in Wien via Uber eine Fahrt anfordert, wird unter Umständen von einem normalen Taxi abgeholt, allerdings billiger, als es das Taxameter verlangen würde. Das sorgt für Unruhe in der Branche, die ja eigentlich geschlossen versucht, eine stärkere Regulierung oder gar ein Verbot des neuen Konkurrenten aus den USA zu erwirken. Derzeit sind nur einzelne Taxis für Uber tätig, sollten sich die Fälle aber häufen, behält sich die Branche Sanktionen vor. “Ein Taxiunternehmen, das seine Dienste bei Uber anbietet, bricht den Tarif. Wir setzen derzeit auf Information, behalten uns aber das Recht vor, diese Unternehmen zu klagen. Wir haben da schon einiges vorbereitet und könnten das schnell einreichen”, sagt Christian Holzhauser, stellvertretender Obmann des Taxifachverbandes der Wiener Wirtschaftskammer.

Entsprechende Klagen könnten von der Wirtschaftskammer kommen, aber auch direkt von konkurrierenden Unternehmen oder Funkzentralen eingereicht werden. Derzeit setzt der Fachverband aber noch auf Information. Alle Unternehmen sind demnach über die Situation informiert worden. “Das Problem hat noch keine relevante Größe erreicht. Uber ist seit zwei Jahren in Wien tätig, spielt aber keine große Rolle. Die Taxianbieter, die hier anbieten, sind Ausnahmen, die versuchen, sich einen kurzfristigen Vorteil zu verschaffen. Wir wissen, dass das passiert, haben aber noch niemanden dabei erwischt”, sagt Holzhauser. Uber bietet Fahrten günstiger an, als Taxiunternehmen und hat den Vorteil, dass es bequem über eine App bedient werden kann, die etwa auf einer Karte anzeigt, wo sich der gerufene Fahrer gerade befindet.

Uberärger

Die Taxiunternehmen werfen Uber vor, außerhalb des gesetzlichen Rahmens zu operieren. “Uber müsste eine Niederlassung in Österreich haben und einen Gewerbeschein”, erklärt Holzhauser. Derzeit machen die Taxiunternehmen deshalb Druck auf die Gesetzgeber auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, um eine strengere Regulierung zu erreichen. “Die Behörden sind aktiv, etwa in der Sharing-Economy-Arbeitsgruppe in Wien. Auf EU-Ebene läuft derzeit ebenfalls eine Untersuchung. In einigen EU-Ländern wurden schon Verbote ausgesprochen”, sagt Holzhauser. Die Vorwürfe gegen Uber kommen nicht nur von Taxiunternehmen. So wird dem Unternehmen vorgeworfen, keinerlei arbeitsrechtliche Sicherheiten für seine Fahrer anzubieten.

Der Taxifachverband in Wien ist der Ansicht, dass Uber Unternehmen zum Ordnungsbruch anhält, wenn diese ihre Dienste über die Plattform anbieten. “Deshalb wollen wir auch nicht klagen, weil es uns eigentlich um das nicht konforme Gebaren von Uber geht, gegen das wir andere Schritte unternehmen”, sagt Holzhauser. Damit würde eine Klage laut dem Fachverbands-Vizeobmann derzeit das falsche Signal aussenden.

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Markus Keßler

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