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Deutschland

Amazon verhandelt weiterhin nicht mit Gewerkschaft

In der festgefahrenen Auseinandersetzung zwischen Amazon und der Gewerkschaft Verdi lehnt der US-Versandriese weiter jede Aufnahme von Tarifgesprächen ab. „Wir sind fundamental davon überzeugt, dass ein dritter Partner im Unternehmen immer nur die zweitbeste Lösung ist“, sagte der Regionalleiter Nordost, Armin Cossmann, am Mittwoch in Leipzig. „Ich glaube auch, dass eine Organisation wie Verdi teilweise nicht mehr zeitgemäß ist.“ Die Gewerkschaft erklärte auf Anfrage, bei ihren Forderungen bleiben zu wollen.

Verdi hatte seit Sommer 2013 in den Amazon-Zentren Leipzig und Bad Hersfeld immer wieder zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt. Am Mittwoch besuchte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) das Leipziger Amazon-Zentrum. „Ich habe einen sehr guten Eindruck gewonnen“, sagte der Minister nach einem Rundgang. Aus seiner Sicht biete Amazon in Leipzig „attraktive Arbeitsplätze“. In dem Versandzentrum arbeiten nach Amazon-Angaben dauerhaft rund 2000 Menschen. Im Weihnachtsgeschäft könne sich die Zahl verdoppeln oder verdreifachen.

Mit Blick auf den Tarifstreit sagte Morlok, niemand wünsche sich, dass sich eine solche Auseinandersetzung über einen langen Zeitraum hinziehe. Allerdings seien Tarifverhandlungen Sache der Tarifpartner in Deutschland. „Das ist nichts, was wir als Staatsregierung zu kommentieren haben.“
Verdi-Sprecherin Christiane Scheller sagte: „Der Konflikt besteht nach wie vor.“ Es werde überlegt, wie in diesem Jahr reagiert werden soll. „Wir gehen davon aus, dass es weitere Streiks gibt.“

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