B2B
01.06.2018

Apple soll in Oregon bereits an eigenen Prozessoren tüfteln

In einem geheimen Labor sollen zwei Dutzend Ingenieure, darunter einige ehemalige Intel-Mitarbeiter, am Projekt "Kalamata" arbeiten.

Anfang April wurde bekannt, dass Apple langfristig eine eigene Chip-Sparte aufbauen und sich von seinem Partner Intel loslösen will. Apple will dadurch seine eigenen Produkte gezielter bedienen und könnte mit eigenen Prozessoren auch seine bisher getrennten Betriebssysteme zusammenführen. Ein Produkt, das so realisiert werden könnte, wäre etwa ein MacBook auf iOS-Basis. Der Chip-Plan trägt intern angeblich die Bezeichnung "Kalamata". Während im April noch die Rede davon war, dass es sich dabei um einen Plan handelt, der ab 2020 umgesetzt werden soll, sind nun Hinweise aufgetaucht, dass Projekt Kalamata bereit begonnen hat.

Intel-Leute abgeworben

Wie The Oregonian berichtet, hat Apple angeblich in Oregon ein eigenes Labor eröffnet, in dem zwei Dutzend Ingenieure an eigenen Prozessoren arbeiten sollen. Insider verorten das Labor zwischen den Ortschaften Beaverton und Hillsboro in der Nähe von Portland. In Portland wurden Fachkräfte von dort ansässigen Technologieunternehmen abgeworben. Besonders zahlreich im neuen Apple-Labor vertreten sind angeblich ehemalige Mitarbeiter von Intel. Laut Angaben auf dem Karrierenetzwerk Linkedin rekrutiert Apple bereits seit November 2017 Personal.

Trennungsfreudiges Apple

Wie Engadget berichtet, ist Intel nicht der einzige Partner, von dem sich Apple unabhängig machen will. Das Unternehmen sucht auch zunehmend Abstand von Dialog Semiconductor. Der Zulieferer ist für Energiemanagement-Chips zuständig. Die Bestellungen bei Dialog Semiconductor sind zuletzt um 30 Prozent zurückgegangen. Der Zulieferer befürchtet nun ein ähnliches Schicksal wie jenes von Imagination. Dieses Unternehmen hatte Apple mit Grafikchips beliefert, bevor Apple beschloss, die Komponenten selbst herzustellen. Imagination wurde später an einen chinesischen Fonds verkauft.