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B2B
06/19/2019

Apple will Abhängigkeit von China reduzieren

Der iPhone-Hersteller will 15 bis 30 Prozent seiner Produktion aus China in andere Länder verlagern.

US-Konzern Apple will zwischen 15 und 30 Prozent seiner Produktionskapazitäten aus China abziehen. Stattdessen wolle man künftig verstärkt in Südostasien produzieren, wie Nikkei berichtet. Als Alternativen seien Mexiko, Indien, Vietnam, Indonesien und Malaysia im Gespräch. Eine Rückkehr in die USA, wie oftmals von US-Präsident Donald Trump gefordert, sei derzeit keine Option. Grund für den drastischen Wandel sei der anhaltende Handelskrieg zwischen China und den USA, der vor allem aufgrund hoher Strafzölle die Produktionskosten in die Höhe schraubt.

Fünf Millionen Chinesen von Apple abhängig

Zuletzt deutete sich eine Entspannung der Situation an, doch das könnte unerheblich für Apple sein. Laut dem Nikkei-Bericht wolle der iPhone-Hersteller den Rückzug auch durchziehen, wenn sich die USA und China einigen würden. Die Abhängigkeit von China sei einfach zu groß. „Eine geringe Geburtenrate, höhere Kosten für Arbeiter sowie das Risiko, die Produktion in einem Land zu zentralisieren – diese ungünstigen Faktoren verschwinden nicht so einfach“, so ein Manager gegenüber Nikkei.

Eine Situation, die Apple selbst herbeigeführt hat: In den vergangenen Jahren hat Apple die Zahl seiner US-Zulieferer reduziert und zugleich verstärkt auf chinesische Auftragshersteller gesetzt. 2018 beschäftigte man erstmals mehr Zulieferunternehmen aus China als aus den USA. Schätzungen zufolge sorgt Apple in China so für knapp fünf Millionen Arbeitsplätze, davon allein 1,8 Millionen über Software-Entwicklung, beispielsweise für den App Store. Direkt beschäftigt man 10.000 Mitarbeiter in China.

Langfristiger Umbau

Kurzfristig wird man die Abhängigkeit von China auch nicht wesentlich reduzieren können. Die Produktionslinien von Apple seien besonders komplex, es würde mindestens 18 Monate dauern, diese an einem Standort aufzubauen. Deswegen will man Druck auf bestehende Zulieferer, wie Foxconn, Pegatron und Compal Electronics ausüben, damit diese bei anstehenden Expansionen Apple berücksichtigen. Bereits Ende 2018 beauftragte Apple offenbar ein internes Team mit dem Entwurf von Plänen, wie man das schaffen könnte. Dazu zählt offenbar auch, mit Behörden über mögliche Steuerreduktionen, Subventionen und andere finanzielle Anreize zu diskutieren.