B2B
02/19/2011

Auch Carol Bartz sieht neue Internet-Blase

Die Bewertungen von Twitter, Groupon und Facebook seien zu hoch, so die Yahoo!-Chefin.

Yahoo-Chefin Carol Bartz will den US-Internetkonzern bis Ende des nächsten Jahres wieder auf Erfolgskurs bringen. Dank Einnahmen aus der Internetwerbung und einem besseren Geschäft mit der Suche im Netz, das Yahoo nun mit Microsoft betreibt, soll ihr das gelingen. „Steve Jobs hat dafür bei Apple sieben Jahren gebraucht, das vergessen viele. Ich werde es in vier Jahren hinkriegen. Ende 2012 steht Yahoo gut da“, sagte Bartz der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe).

Die 62-Jährige hat die Führung des angeschlagenen Unternehmens Anfang 2009 übernommen.  Yahoo hat zuletzt viele Trends im Internet verpasst. Kurz bevor Bartz zu Yahoo kam, wollte Microsoft das Unternehmen für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Das damalige Management um Yahoo-Mitgründer Jerry Yang lehnte ab. „Ich wäre verrückt, wenn ich jetzt nicht sagen würde, dass ich es gemacht hätte“, sagte Bartz in dem Interview.  Gefragt nach möglichen Fusionen oder Übernahmen antwortete sie: „Yahoo wird auch 2014 noch unabhängig sein und sehr, sehr erfolgreich, glauben Sie mir. Ob ich das Unternehmen dann führe oder jemand anderes - das ist eine ganz andere Frage.“ Yahoo selbst müsse nun wieder wachsen. Das Unternehmen sei auf dem besten Weg, da es den Gewinn verdoppelt und die Kosten um Milliarden gesenkt habe. 

Auf die hohen Bewertungen junger Internetfirmen wie Facebook, Twitter oder Groupon angesprochen, erklärt sie: „Mit Sicherheit befinden wir uns mitten in einer neuen Internetblase.“ Viele wollten daran mitverdienen. „Ein bisschen Gier ist wohl auch im Spiel.“