B2B
28.11.2015

Bank-Kundendaten an Behörden übermittelt: Fünf Jahre Haft

In der sogenannten „Swissleaks“-Affäre um an Behörden weitergegebene Kundendaten der HSBC Private Bank in Genf wurde ein ehemaliger HSBC-Mitarbeiter zu fünf Jahren verurteilt.

Das Urteil des Schweizer Bundesstrafgerichts in Bellinzona erging am Freitag wegen Wirtschaftsspionage. Von weiteren Vorwürfen, darunter Verletzung des Geschäftsgeheimnisses, wurde der 43-Jährige freigesprochen. Der frühere Mitarbeiter der HSBC Private Bank, einer Tochter der britischen HSBC, hatte Tausende von Kundendaten den Behörden in Frankreich zugespielt. Die Bank hatte von Diebstahl gesprochen und den Verlust der Daten von bis zu 24.000 Kunden eingeräumt.

Whistleblower oder Datendieb?

Der Prozess war von der Frage bestimmt, ob der Mann ein ehrenhafter „Whistleblower“ oder ein gewissenloser Datendieb sei. Auf Grundlage seiner Daten waren weltweit viele Prominente als mögliche Steuersünder in den Fokus der Ermittler geraten. Es konnte nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass für die Übergabe von gestohlenen Kundendaten auch Geld geflossen ist. Der 43-jährige Franzose, der auch die italienische Staatsbürgerschaft hat, war nicht zur Verhandlung erschienen. In Frankreich und Italien kann sich Falciani frei bewegen.